33. Tour - 11.07.2026 - Die, die kein Verein sind
Gehen wir zunächst einmal 28 Jahre zurück – zum 11. Juli 1998 und damit zum Start der 85. Tour de France in Dublin.
Mit der Festina-Affäre betrat EPO (Erythropoetin) offiziell die grosse Bühne des Radsports und sollte diesen während vieler Jahre überschatten. Vermutlich war die leistungssteigernde Substanz schon längere Zeit weit verbreitet, doch plötzlich sprach die ganze Welt darüber. Mittendrin standen auch die Schweizer Aushängeschilder Alex Zülle und Laurent Dufaux.
Obwohl EPO damals im Peloton beinahe zum Standard gehörte, wurde das Team Festina öffentlich regelrecht hingerichtet. Auslöser war die Festnahme des Team-Pflegers Willy Voet, der drei Tage vor dem Tourstart in Nordfrankreich mit rund 400 EPO-Ampullen sowie weiteren Dopingsubstanzen im Auto kontrolliert wurde. Während der gesamten Rundfahrt folgten Razzien, Verhöre und Durchsuchungen. Fünf Teams verliessen die Tour aus Angst vor Verhaftungen – das Team TVM nutzte dafür sogar die Schweizer Etappe.
Gewonnen wurde die Tour von Marco Pantani vor Jan Ullrich. Bei beiden konnte Jahre später der Einsatz von EPO während dieser Tour nachgewiesen werden.
Rückblickend drängt sich ein Gedanke auf: Viele Fahrer waren gleichzeitig Täter und Opfer. Das eigentliche System entstand im Hintergrund. Mannschaftsleitungen, Ärzte, Betreuer und Funktionäre trugen eine Mitverantwortung, wurden jedoch – mit wenigen Ausnahmen – weit weniger zur Rechenschaft gezogen. Manche Namen von damals tauchen auch heute noch im professionellen Radsport auf.
https://www.tagesanzeiger.ch/mauro-gianetti-der-schweizer-hinter-weltmeister-pogacar-238366076790
Den Profisport betrachte ich deshalb bis heute mit einer gewissen Skepsis. Dass die enormen Leistungssteigerungen seit den Armstrong-Jahren ausschliesslich mit besserem Material, ausgefeilter Trainingssteuerung, moderner Ernährung und aussergewöhnlichem Talent erklärt werden können, fällt mir persönlich schwer zu glauben.
Umso schöner ist die Erkenntnis, dass der Radsport vor allem eines ist: eine wunderbare Breitensportart. Und damit wären wir wieder im Jahr 2026.
Zehn Gleichgesinnte trafen sich frühmorgens am Eisweiher zur 33. Tour des Jahres. Die noch angenehme Morgenluft konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass uns erneut ein hochsommerlicher Tag bevorstand. Gianni sorgte bereits vor dem offiziellen Start für die erste sportliche Einlage: Mit plattem Hinterrad rollte er auf den Parkplatz und kam beim Schlauchwechsel mindestens genauso ins Schwitzen wie später an den Steigungen. Das Warm-up war damit erledigt.
Mit leichter Verspätung ging es schliesslich los. Der Fahrtwind auf dem Weg nach Kandern spendete noch etwas Kühlung, doch je länger die Strasse bergauf führte, desto hartnäckiger arbeitete die Sonne daran, sämtliche Flüssigkeitsreserven aus unseren Körpern zu befördern.
Entsprechend willkommen war die erste längere Abfahrt nach Untereggenen. Sie fühlte sich an wie eine mobile Klimaanlage – leider mit begrenzter Laufzeit. Danach wartete bereits der Hauptanstieg des Tages. Der erste Abschnitt bis Schallsingen lag noch in der prallen Sonne, der zweite und zugleich steilste Teil wurde immerhin vom Wald beschattet. Kühl war es deshalb aber noch lange nicht. Selbst die Bäume schienen angesichts der Trockenheit eher mit dem Überleben als mit Schattenspenden beschäftigt zu sein.
Durch die Rebberge oberhalb von Hügelheim folgte einer der landschaftlichen Höhepunkte der Tour. Die Rebstöcke hingen voller Trauben, vielerorts bereits vom Blattwerk befreit, als wollten sie sagen: «Schaut nur, was wir dieses Jahr zustande gebracht haben.» Leider war dieser wunderschöne Abschnitt, mit der Einfahrt in Hügelheim, viel zu schnell vorbei.
Über die bekannten Wege rollten wir, entlang der B3, weiter Richtung Schliengen. Normalerweise stellt sich hier nur eine Frage: Gegenwind oder Rückenwind? An diesem Tag hatte Aiolos, der griechische Gott der Winde, offenbar seinen freien Tag. Nahezu windstill erreichten wir unseren Hydration Point in Bad Bellingen – erstaunlich entspannt und fast schon mühelos.
Kaum hatten wir Platz genommen, wurden wir von anderen Rennvelofahrerinnen und Rennvelofahrern erkannt. «Das sind doch die, die kein Verein sind!». Offenbar wurde das kürzlich erschienene Porträt in der Kleinbasler Zeitung aufmerksam gelesen.
Mit wieder gut gefüllten Flüssigkeitsspeichern und etwas schwer gewordenen Beinen machten wir uns auf den letzten Abschnitt. Noch einmal wartete die Steigung nach Bamlach. Mit jedem Tritt wurden die Beine zwar lockerer, gleichzeitig schien die Sonne nochmals einen Gang höher zu schalten. Zum Glück war die Heimat nun nicht mehr weit entfernt.
Und so endete eine weitere Tour mit dem um was es letztendlich geht, dem gemeinsamen Erleben und der Freude am Velofahren.
Und offenbar werden wir nun als die, die kein Verein sind erkannt.
32. Tour – 07.07.2026 – World Chocolate Day
Der 7. Juli steht weltweit ganz im Zeichen der Schokolade. Eine durchaus sympathische Idee – allerdings stellt sich schon die Frage, wer auf den Gedanken gekommen ist, ausgerechnet mitten im Sommer eine zartschmelzende Köstlichkeit zu feiern. Vermutlich ein Eskimo, dem ein besonders geschäftstüchtiger Vertreter einst einen Kühlschrank verkauft hatte.
Uns jedenfalls stand der Sinn an diesem Morgen weniger nach Schokolade als nach einem frühen Start um 08.00 Uhr. Statt einer klebrigen Schokoladentafel wäre ein eisgekühlter Nacken eindeutig die bessere Wahl gewesen.
Sieben Teilnehmende kündigten ihre Anwesenheit per 👍-Emoji an. Am offiziellen Start standen allerdings zunächst nur deren vier. Der Rest musste, ganz im Stil eines historischen Lumpensammlers, unterwegs eingesammelt werden. Mit der Integration unseres Ex-Profis in Frenkendorf war diese Mission erfolgreich abgeschlossen – die Gruppe war komplett und die Tour konnte richtig beginnen.
Entlang des mittlerweile ausgetrockneten Bachbetts begann die Strasse bei Gelterkinden in Richtung Tecknau zunächst ganz harmlos anzusteigen. So richtig ernst wurde es allerdings erst im Aufstieg nach Waislige (Wenslingen). Die gut gemeinten Versuche des Tourenleiters, die Gruppe zusammenzuhalten, scheiterten bereits nach wenigen Metern kläglich. Sobald die Anzeige 8,5 % Steigung anzeigte, entwickelte sich bei einigen eine spontane Allergie gegen gemächliches Bergauffahren. Die Pedale drehten plötzlich deutlich schneller als geplant, und wer versuchte, sich an die Ausreisser zu hängen, musste schnell feststellen, dass gute Vorsätze manchmal leichter sind als gute Beine. Glücklicherweise war die Steigung mit rund eineinhalb Kilometern überschaubar, sodass sich die Abstände in Grenzen hielten.
Der wenig bekannte Nebenweg Richtung Olsberg war selbst für einige alte Hasen Neuland. Es gibt eben immer wieder Neues. Aber schön kann man als Tourenleiter hin und wieder auch mal Unerwartetes präsentieren.
Fast wären damit alle nennenswerten Steigungen des Tages erledigt gewesen. Fast. Denn auf dem Weg nach Ammel stellte sich uns noch eine kleine 14,5-Prozent-Rampe in den Weg. Die beste Taktik? Einfach so tun, als wäre das völlig normal. Nicht nach links und nicht nach rechts schauen, nicht über die Prozentzahl nachdenken – einfach treten. Ehe man sich versieht, liegt Ammel bereits hinter einem und die Abfahrt nach Rothenfluh vor den Rädern.
Oder eben doch nicht ganz. Anstatt wie ursprünglich geplant links Richtung Rothenfluh abzubiegen, entschied sich die Gruppe nach kurzer Lagebesprechung spontan für die rechte Variante nach Frick. Das bedeutete zwar rund 20 Zusatzkilometer, aber wer morgens früh genug aufsteht, kann sich das auch aufs Brot streichen
Nach einer verhältnismässig ruhigen Phase kam mit dem mittlerweile schon obligaten Hügelsprint nach Wallbach wieder Bewegung ins Feld. Nachdem sich Puls und Atmung unter dem Baum auf der Krete wieder beruhigt, sich alle verpflegt und erleichtert hatten, ging es aber wieder geordnet weiter.
Der geplante Halt in Kaiseraugst entpuppte sich wegen zu und geschlossen als Undurchführbar, die Ersatzvariante "Restaurant Hard" wegen voll und übervoll als Illusion.
Erst im Restaurant Schmiede, ehemals Feldschlösschen, ehemals Cedro und bekannt für die besten Pizzen der Region– fanden wir nach 90 Kilometern und rund 740 Höhenmetern endlich ein freies Plätzchen für den wohlverdienten Abschlusstrunk.
Und der World Chocolate Day? Nun ja… Schokolade gab es zwar keine, aber nach 90 Kilometern schmeckte das Getränk der Wahl ohnehin deutlich besser.
31. Tour - 04.07.26 - 250 Joor Amerika
250 Jahre USA … Wen interessiert das eigentlich? MAGA isch GAGA, und «Great since 1291» vielleicht doch endlich ein Zeichen einer gesunden Portion Selbstbewusstsein. Oder sind es am Ende einfach ein paar grosse Jungs, die langsam erwachsen werden sollten um sich den echten Problemen dieser Welt zu widmen?
Wenden wir uns lieber wichtigeren Dingen zu. Zum Beispiel dem Start der Tour de France 2026 in Barcelona. Moment mal … Barcelona? Habe ich etwas verpasst? Gehört Katalonien neuerdings zu Frankreich? Das dürfte den Katalanen wohl kaum gefallen – vom Regen in die Traufe, das will ja auch Keiner. Andererseits: Wenn das eigene Land zu klein wird, startet man halt beim Nachbarn. Oder steckt – wie so oft – einfach das liebe Geld dahinter? Fragen über Fragen …
Zum Glück bleibt auf dem Rennvelo genügend Zeit zum Nachdenken. Vor allem, wenn die Temperaturen nach zwei angenehm kühlen Nächten endlich wieder radsporttauglich geworden sind.
Die heutige Runde versprach 72 Kilometer und rund 820 Höhenmeter. Zum Einrollen ging es gemütlich entlang der B3 bis zur Kalten Herberge. Danach begann vor Tannenkirch der erste Anstieg – gerade steil genug, um die Beine auf Betriebstemperatur zu bringen. Nach der Abfahrt nach Riedlingen war Schluss mit gemütlich. Es folgte das, was man landläufig als «Profil mit Charakter» bezeichnet: Steigung an Steigung, über den Golfplatz nach Kandern und schliesslich die rund sieben Kilometer lange Auffahrt nach Endenburg.
Mitten im Anstieg fiel plötzlich auf: Schugger fehlt!
Ich liess die Gruppe ziehen und wartete. Kurz darauf tauchte Martin auf. Er hatte sogar umgedreht, allerdings ebenfalls ohne Erfolg. Also blieb nur noch der Griff zum Telefon.
«Ich hatte Probleme mit dem Radar, bin aber schon im Aufstieg.»
Dr Schugger het Problem mit em Radar, das isch doch in dr Regel immer anderscht umme. Was solls. So rum ist doch auch mal Gerecht.
Gemeinsam mit Martin fuhren wir den anderen hinterher, die an der Abzweigung nach Endenburg warteten. Wenig später traf dann auch die Polizei ein – diesmal ganz ohne Blaulicht, dafür mit deutlich hörbarem Schnaufen.
Oben angekommen wurde die obligatorische Verschnaufpause inklusive Fotoshooting eingelegt, bevor es nach einer kurzen Abfahrt gleich wieder ernst wurde. Links ab – hinein in den letzten Anstieg Richtung Lehnacker. Gleich zu Beginn warteten giftige 8,5 Prozent Steigung. Zum Glück wusste der Berg, dass man Gäste nicht gleich am Eingang völlig verschrecken sollte, und wurde nach oben hin deutlich freundlicher.
War der Aufstieg die Pflicht, begann nun die Kür.
In flotter Fahrt ging es hinunter nach Sallneck und nach einer Ehrenrunde um den Hirschen weiter ins Kleine Wiesental. Fast schon traditionsgemäss meldete sich dort auch der Gegenwind zurück. Offenbar hatte er uns bereits erwartet.
Den fast schon obligaten Weizenhalt gab es in Steinen bevor es nochmals ziemlich zügig der Wiese entlang heimwärts ging.
Fazit des Tages: Weder die USA noch Frankreich konnten unsere Aufmerksamkeit dauerhaft auf sich ziehen. Die eigentlichen Schlagzeilen schrieb einmal mehr das Wiesental – mit schönen Anstiegen, einer Polizei mit Radarproblemen und Gegenwind, der wie jedes Jahr zuverlässig seinen Dienst verrichtete.
30. Tour – 30.06.2026 – Siebenschläfer
Schon ist der letzte Tag des Juni erreicht. Der längste Tag des Jahres liegt hinter uns, das erste Halbjahr kann abgehakt werden und – rein astronomisch betrachtet – geht es bereits wieder dem Winter entgegen. Davon war an diesem Dienstag allerdings herzlich wenig zu spüren. Im Gegenteil: Für mich persönlich war es der unangenehmste Tag des bisherigen Sommers. Zwar zeigte das Thermometer keine Rekordwerte, doch die paar Regentropfen der vergangenen Tage hatten die Luft in eine tropische Dampfsauna verwandelt. Velofahren oder Dampfbad – der Unterschied war zeitweise kaum noch auszumachen.
Mit dem 27. Juni hat auch der Siebenschläfertag seine Bühne betreten. Die bekannte Bauernregel besagt, dass das Wetter rund um diesen Tag die nächsten sieben Wochen bestimmt. Meteorologen präzisieren zwar, dass nicht ein einzelner Tag entscheidend ist, sondern die Grosswetterlage Ende Juni und Anfang Juli. Stabilisiert sich in dieser Zeit der Jetstream, bleibt das Wetter oft erstaunlich konstant. Die Trefferquote liegt immerhin bei 60 bis 70 Prozent. Sollten die Wetterfrösche recht behalten, dürfen wir uns also schon einmal auf weitere schweisstreibende Ausfahrten freuen. Die Trinkflaschen werden jedenfalls nicht arbeitslos.
Unter der Leitung von André führte die Tour quer durch die Stadt ins Elsass. Bereits in Hagenthal wartete der erste Anstieg – einer jener sogenannten Schleicher. Zu flach für den kleinen Gang, zu steil für den grossen. Egal wie oft man schaltet, irgendwie fährt man immer im falschen Gang. Wenigstens haben auch solche Anstiege irgendwann ein Ende.
Auf dem typisch elsässischen Wellenprofil ging es weiter Richtung Blochmont. Zuvor gab es eine besonders erfreuliche Überraschung: Martin, der sich noch immer von seinen Verletzungen erholt, stiess vor dem Anstieg erstmals wieder zur Gruppe. Man könnte durchaus vom Comeback des Jahres sprechen – zumindest aus unserer Sicht.
Für mich persönlich markierte die Blochmont-Steigung den Wendepunkt des Tages. Während ich mich zuvor eher durch den Parcours gekämpft hatte als ihn zu geniessen, lief es plötzlich erstaunlich rund. 50x28 gekettet – also nicht gerade klassische Bergübersetzung – erreichte ich gemeinsam mit Robi den höchsten Punkt.
Oben angekommen wartete bereits die nächste Überraschung. René sass völlig entspannt auf der Bank und schien sich mutig den dort zahlreich vertretenen Bremsen zum Frass vorzuwerfen. Während wir kurz durchschnauften, hatten die Plagegeister Hochbetrieb. Entsprechend fiel der Halt eher kurz aus – manche Gastfreundschaft weiss man eben nicht zu schätzen.
In Rodersdorf wartete der obligate Zwischenhalt. Leider musste an diesem Tag mangels Weizenbier auf Cola ausgewichen werden. Nicht ganz dasselbe, aber in Anbetracht der Temperaturen immerhin ausreichend, um den Flüssigkeitshaushalt wieder etwas ins Lot zu bringen.
Gestärkt führte die Tour weiter nach Therwil, wo wir Martin wieder verabschiedeten. Über die Höhe ging es weiter Richtung Reinach. Doch ganz ohne gemütlichen Ausklang wollten wir den Juni dann doch nicht verabschieden. Der Verlockung des Crazy Horse beim Joggeli konnten wir einmal mehr nicht widerstehen. Und seien wir ehrlich: Nach einem Tag in der Dampfsauna auf zwei Rädern hat man sich den Schlusshock mehr als verdient.
Fazit: Sollte der Siebenschläfer tatsächlich recht behalten, stehen uns noch einige heisse Wochen bevor. Aber solange die Beine drehen, die Getränke kalt sind und die Gesellschaft stimmt, nehmen wir das sportlich.
29. Tour – 27.06.2026 – Der Hitze trotzen
Das Spiel vom vergangenen Dienstag wiederholte sich beinahe eins zu eins: gleiche Voraussetzungen, gleiche Strategie. Wer der Hitze ein Schnippchen schlagen will, muss früher aufstehen als die Sonne – oder ihr zumindest einen kleinen Vorsprung abnehmen.
Dafür bot sich die Tour über Kürnberg Richtung Wehr geradezu an. Dank des frühen Starts konnten wir den schattigen Wiesenradweg ausgiebig geniessen. Auch der Aufstieg nach Kürnberg verlief zunächst angenehm. Nach der Durchfahrt durch Schopfheim spendete der Wald auf den ersten Kilometern noch willkommenen Schatten. Im oberen, baumlosen Abschnitt sorgte immerhin ein leichter Morgenwind für etwas Abkühlung. Einzig die hochsommerliche Schwüle hing bereits wie eine warme Decke über der Landschaft und machte das Atmen zunehmend anstrengender – den einen etwas mehr, den anderen etwas weniger.
Wie gewohnt erklommen die Bergziegen den Anstieg mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit, während der Rest der Gruppe den Gipfel mit etwas mehr Bedacht, aber nicht weniger Ehrgeiz erreichte. Debütant Thomas übernahm derweil souverän die Rolle des Besenwagens und stellte auf seine gewohnt ruhige Art sicher, dass niemand verloren ging. Bei uns gilt schliesslich: Angekommen wird gemeinsam.
Die anschliessende Abfahrt über Hasel nach Wehr bot die letzte Gelegenheit, die verschwitzten Trikots wenigstens kurzfristig wieder trocken zu fahren. Lange hielt dieser Zustand allerdings nicht an.
Am Ortsausgang von Wehr wurde bei einem kurzen Halt der weitere Streckenverlauf besprochen. Martin, der an diesem Tag mit Atembeschwerden zu kämpfen hatte, entschied sich vernünftigerweise für den direkten Rückweg auf der deutschen Rheinseite. Mit ihm wurde bereits die Wiedervereinigung im Restaurant Bahnhof in Kaiseraugst vereinbart – Treffpunkt statt Verfolgungsjagd.
Während der Fahrt Richtung Bad Säckingen stieg die Vorfreude auf den Rückweg entlang des Rheins. Der kräftige Gegenwind der Hinfahrt versprach auf der Schweizer Seite schliesslich einen willkommenen Rückenwind. Und tatsächlich – ausnahmsweise hielt der Wind einmal, was er versprach. Tief über den Lenker gebeugt liessen wir uns mit flottem Tempo Richtung Wallbach tragen, wobei der Tacho zeitweise die 40-km/h-Marke erreichte.
Wie praktisch immer wurde die Anhöhe zwischen Wallbach und Möhlin anschliessend zur inoffiziellen Sprintwertung des Tages. Für wenige Minuten war die Kameradschaft auf Eis gelegt – jeder gegen jeden, keiner wollte freiwillig nachgeben. Oben angekommen war der Wettkampf jedoch genauso schnell vergessen, wie er begonnen hatte. Schliesslich fährt man gemeinsam los und kommt auch gemeinsam wieder an.
Der schattige Wald zwischen Möhlin und Rheinfelden wurde dankbar angenommen, bevor wir in Kaiseraugst planmässig wieder auf Martin trafen. Gemeinsam liessen wir die Tour gemütlich ausklingen – mit der beruhigenden Erkenntnis, dass sich auch hochsommerliche Temperaturen mit etwas Vernunft, einer guten Portion Teamgeist und einem frühen Start durchaus bezwingen lassen.
28. Tour 23.06.26 - Frühaufsteher
Mit Temperaturen, die bereits im Juni an der 40-Grad-Marke kratzten, bestimmte die Hitze zunehmend unsere Tourenplanung. Die Gegenmassnahmen waren schnell definiert: möglichst früh starten, die Tourenlänge im vernünftigen Rahmen halten und – für alle Fälle – genügend Möglichkeiten zum Abkürzen einbauen. Man wird ja schliesslich nicht jünger, sondern höchstens erfahrener.
Der Klimawandel ist inzwischen allgegenwärtig. Bis auf ein orangehaariges Fossil auf der anderen Seite des Atlantiks dürfte kaum noch jemand ernsthaft daran zweifeln, dass sich da etwas verändert hat.
Die ausgeschriebene Route (Riehen – Grenzach – Rheinfelden – Zeiningen – Mumpf – Wallbach – Möhlin – Minseln – Maulburg – Wieslet – Schlächtenhaus – Riehen) bot deshalb mehrere elegante Ausstiegsmöglichkeiten. Sollte die Sonne schon am Vormittag beschliessen, aus der Tour eine Hitzeschlacht zu machen, hätte die Vernunft jederzeit das letzte Wort haben können.
Dazu kam es erfreulicherweise nicht. Dank des Starts um 08.00 Uhr erreichten wir das Wiesental noch bei erstaunlich angenehmen Temperaturen. Lediglich eine Baustelle in Möhlin zwang uns zu einer kleinen Kurskorrektur. Statt erst beim Kraftwerk Möhlin die Rheinseite zu wechseln, überquerten wir den Fluss bereits beim Kraftwerk Schwörstadt. Nicht geplant – aber durchaus eine gute Alternative.
Der anschliessende Aufstieg nach Adelhausen verlief erstaunlich locker. Die fortschreitende Formkurve zeigte Wirkung, sodass der Anstieg bis ganz nach oben auf dem grossen Kettenblatt bewältigt wurde. Entweder werden wir tatsächlich fitter – oder wir überschätzen uns inzwischen einfach mit mehr Überzeugung.
Erfreulich ist auch der neu angelegte Veloweg, der die Querung deutlich sicherer macht. Lediglich das Einbiegen auf die Strasse in Maulburg nach der Abfahrt verlangt weiterhin etwas Aufmerksamkeit. Oder anders gesagt: Dort ist der Puls nochmals kurz höher – allerdings nicht wegen der Steigung.
Zum Abschluss stand noch eine kleine Schleife durchs Kleine Wiesental auf dem Programm. Ab Wieslet machte die Hitze dann doch langsam ernst. Umso willkommener war der schattige Wiesenradweg, der uns nach einem obligatorischen Weizenhalt in Steinen wieder Richtung Heimat führte.
Fazit: Früh starten zahlt sich aus. So blieb genügend Zeit für schöne Kilometer, angenehme Temperaturen und die Erkenntnis, dass ein kühles Weizen manchmal fast so motivierend sein kann wie Rückenwind – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.
27. Tour 20.06.2026 - Möshobi
Eigentlich war für diesen Tag eine Tour zum Zeitfahren der Tour de Suisse geplant. Eigentlich und geplant – man ahnt es bereits: Es kam anders.
Pünktlich mit dem Start der Tour de Suisse setzten nämlich jene Tage ein, die man in Japan als Mōshobi bezeichnet. Das bedeutet übersetzt: Tag extremer Hitze – 35 Grad und mehr und dient dort offiziell als Warnung vor gesundheitlicher Belastung. Auf unserer ursprünglich geplanten Rückfahrt über den Hauenstein wären sogar Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke möglich gewesen. Das wiederum nennt man in Japan seit April 2026 Kokushobi – also lebensgefährliche Hitze. Bitte nicht fragen wie man das japanisch ausspricht. Mir sage däm halt eifach: Es isch sauheiss.
Das probateste Mittel in solchen Fällen? Vernunft. Und tatsächlich: Wir liessen sie walten und passten die Tour entsprechend an.
Zum Einrollen führte uns der Wiesenradweg zunächst gemütlich nach Steinen. Von dort ging es über die Scheideck weiter nach Kandern – bei noch vergleichsweise angenehmen 25 Grad. Selbst Hansjörg, der eigentlich geplant hatte, sein Tagwerk bereits in Steinen zu beenden, biss sich noch bis auf die Scheideck durch. Dort angekommen nahm er die strategisch gut platzierte Bank in Beschlag und dürfte sie für die nächsten Stunden erfolgreich verteidigt haben.
Für den Rest der Gruppe stand nun das wellige Überführungsstück zwischen Kandern und Badenweiler an. Zum Glück spendete der grösstenteils die Strasse säumende Wald etwas Schatten und machte diesen Abschnitt deutlich erträglicher. Badenweiler liessen wir rechts liegen und stürzten uns direkt in die knackige 12%-Abfahrt Richtung Müllheim. Dabei wurden Spitzengeschwindigkeiten um die 80 km/h erreicht – was zumindest kurzfristig für eine sehr angenehme Eigenkühlung sorgte.
Wie so oft – und deshalb wenig überraschend – blies uns auf dem Weg nach Schliengen wieder ein spürbarer Gegenwind entgegen. Also hiess es: klein machen und drücken. Sprich: tief über den Lenker beugen, dicken Gang einlegen und hoffen, dass der Wind irgendwann Mitleid zeigt.
Der Halt in Bad Bellingen kam entsprechend gelegen. Gerüchten zufolge soll nach unserem Besuch dort kein alkoholfreies Weizenbier mehr erhältlich gewesen sein. Ob Zufall oder nicht, bleibt offen.
Gleichzeitig näherte sich die Hitze langsam ihrem Tageshöhepunkt. Der Gedanke machte die Runde: Guet, sin mir bald dehei.
Kaum ausgesprochen, kam es – wie so oft – anders. Ein Plattfuss sorgte für eine ungeplante Zusatzpause. Also, im eigenen Saft schmorend, stark verschwitzt gewitzt den Schlauch gewechselt und sogleich verschmitzt weitergefahren.
Und ganz ehrlich: Wenn das nach so einer Tour kein Abschlussbier wert ist, was dann?
26. Tour 13.06.2026 - One Way Wind
Vor genau 76 Jahren gewann Hugo Koblet als erster Nicht-Italiener den Giro d’Italia – eine kleine Sensation im Radsport. Von den neun Teilnehmenden unserer heutigen Tour war damals noch niemand auf der Welt. Nicht einmal der älteste Fahrer im Feld, obwohl Jahrgang 1950. Das nur zur historischen Einordnung und als kleiner Trost für alle, die sich auf den ersten Kilometern plötzlich nicht mehr ganz so jung fühlten.
Die heutige Tour führte rheinabwärts bis nach Heitersheim und versprach mit knapp 100 Kilometern eine solide Portion Samstagssport. Topografisch hielt sich die Rheinebene weitgehend an ihr bekanntes Versprechen: flach. Zwei der insgesamt drei Steigungen wurden bereits auf dem Weg Richtung Schliengen erledigt. Danach schien der Tag zur gemütlichen Genussfahrt zu werden.
Doch wir hatten die Rechnung ohne den Hauptakteur gemacht: den Wind.
Bereits beim Einbiegen auf den Radweg entlang der B3 wurde klar – heute läuft’s. Und zwar schnell. Sehr schnell. Der Rückenwind schob uns an, als hätte jemand heimlich E-Motoren montiert. Mühelos bewegten wir uns deutlich jenseits der 30-km/h-Marke. Pedalieren? Ja. Arbeiten? Eher weniger. Es war eine jener seltenen Fahrten, bei denen man sich fragt, ob man plötzlich enorm trainiert ist – oder einfach nur Glück hat.
Die Antwort kennt jeder Velofahrer: Es ist nie die Form. Es ist fast immer der Wind.
So rollten wir mit breitem Grinsen Richtung Heitersheim, stets begleitet vom angenehmen Gefühl, heute aussergewöhnlich stark unterwegs zu sein. Ein herrliches Gefühl – leider auch eines mit eingebautem Ablaufdatum.
Denn Wind hat bekanntlich eine eher egoistische Eigenschaft: Er bläst meistens nur in eine Richtung.
Die Alternative wäre theoretisch gewesen, einfach weiterzufahren. Richtung Norden. Holland vielleicht. Rückenwind geniessen bis ans Meer. Da dies organisatorisch eher schwierig geworden wäre, traten wir wie geplant via Grissheim den Rückweg an.
Und dann kam sie. Die Wahrheit. Mit voller Wucht.
Nach dem erneuten Richtungswechsel rheinaufwärts wurde aus dem freundlichen Anschieber plötzlich ein kompromissloser Gegner. Der Gegenwind traf uns frontal und machte aus der flachen Rheinebene eine mentale Alpenetappe. Bergfahren – einfach ohne Berg. Wer den Anschluss ans Hinterrad verlor, durfte unmittelbar erfahren, wie lang zehn Meter Abstand werden können.
Windkanten sorgten immer wieder dafür, dass die Gruppe auseinandergerissen wurde. Einmal weg vom Vorderrad, wurde das Wiederankoppeln zur persönlichen Lebensaufgabe. Irgendwann schoss mir der alte Hit „One Way Wind“ der Cats durch den Kopf. Flower-Power-Zeit, Musik mit Botschaft und ein Titel, der selten besser gepasst hätte. Der Wind hatte heute definitiv eine Richtung – nur leider nicht mehr unsere.
Trotz allem erreichten wir den Zwischenhalt in Bad Bellingen gemeinsam. Und fast wie auf Kommando lautete die Bestellung: alkoholfreies Weissbier. Isotonisch, erfrischend und in diesem Moment vermutlich näher an Medizin als an Genuss
Frisch gestärkt wartete noch die letzte Steigung vor Bamlach. Und siehe da: Nach Kilometern im Gegenwind fühlte sich ein echter Anstieg plötzlich erstaunlich harmlos an. Verkehrte Welt. Was zuvor flach wie ein Pass erschien, wirkte nun beinahe gemütlich.
Fazit des Tages: Der Wind kann dein bester Freund sein. Man sollte sich ihn nur nie zum Gegner machen.
25. Tour 06.06.2026 - Anfahren am Berg
Klimatisch scheint der Juni nahtlos dort weiterzumachen, wo der Mai aufgehört hat: abwechslungsreich bis leicht verwirrend. Nach einer eher durchzogenen Woche zeigte sich pünktlich auf den Samstag aber doch wieder die Sonne – also endlich wieder Velowetter. Sieben motivierte Teilnehmende fanden sich zur Ausfahrt über den Dinkelberg am Start ein.
Über diverse Schleichwege erfolgte bereits kurz nach den ersten Pedalumdrehungen der Grenzübertritt nach Grenzach. Die Anfahrt zur ersten Steigung diente noch dem gemütlichen Einrollen und Aufwärmen – schliesslich weiss man nie genau, wie freundlich der Tag zu den Beinen sein wird. In Degerfelden war es mit der Gemütlichkeit allerdings kurz vorbei: Die Querung der Strasse musste angesichts des dichten Verkehrs beinahe erkämpft werden. Wer bis dahin noch im Wochenendmodus unterwegs war, war spätestens jetzt hellwach.
Nach dem Ende des Radwegs in Eichsel hiess es erstmals: kleinere Gänge einlegen. Der rund drei Kilometer lange Anstieg nach Adelhausen verlangte etwas mehr Einsatz von den Beinen. Nach der willkommenen Abfahrt folgte in Minseln die Abzweigung Richtung Nordschwaben, der höchstgelegenen Gemeinde Rheinfeldens auf dem Dinkelberg.
Eine Baustelle stellte sich uns dabei zwar noch in den Weg, konnte aber mit einer leicht gewagten Umfahrung erfolgreich umgangen werden. Nicht ganz offiziell vielleicht, dafür umso wirkungsvoller. Die Belohnung folgte prompt: eine nahezu autofreie Strasse bis ins Zentrum von Nordschwaben – Velofahrerherz, was willst du mehr?
Nur wenige Kurven später wartete die landschaftlich reizvolle Abfahrt nach Dossenbach, bevor das nächste Kapitel der Tour begann. Um das knapp fünf Kilometer lange Teilstück nach Wehr hinter uns zu bringen, musste zunächst die steilste Rampe des Tages bezwungen werden. Gerade als alle ihren Rhythmus gefunden hatten und der Puls den roten Bereich prüfte, die Meldung aus der Gruppe: Gianni mit Hinterraddefekt!
Also sofortiges Ausklicken, Fuss runter, Gleichgewicht sichern und Sammelhalt. Glücklicherweise bot ein nahegelegener Hof genügend Platz für die Reparatur – beinahe schon Luxusbedingungen für eine Pannenpause. Während repariert wurde, blieb auch genug Zeit für die üblichen Fachgespräche, gut gemeinten Kommentare und die vorsichtige Einschätzung, dass man „eigentlich sowieso gerade eine Pause gebraucht hätte“.
Danach wartete eine ungeplante, aber durchaus lehrreiche Disziplin: Anfahren am Berg. Bei knapp 10 % Steigung gleichzeitig einklicken, Balance finden und genügend Schwung aufnehmen – klingt nicht ganz einfach – ist es auch nicht. Entsprechend konzentriert waren die Gesichter. Das erfreuliche Fazit: Prüfung bestanden. Alle meisterten die Herausforderung souverän und ohne unfreiwilligen Bodenkontakt.
Dem Rhein entlang führte die Route weiter zum Kraftwerk Schwörstadt, wo zurück auf die Schweizer Seite gewechselt wurde. Möhlin liessen wir links liegen und erreichten durch den Wald Rheinfelden. In Kaiseraugst war zum Abschluss noch eine Zusatzschlaufe über Frenkendorf eingebaut – vermutlich, um sicherzugehen, dass auch wirklich niemand mit zu frischen Beinen nach Hause kommt.
Der verdiente Abschluss erfolgte schliesslich im Crazy Horse, wo die verbrauchten Kalorien traditionsgemäss zumindest teilweise zurückerobert wurden. So endete eine abwechslungsreiche Tour mit allem, was dazugehört: Sonne, Anstiegen, einer kleinen Panne, etwas Abenteuer und der beruhigenden Erkenntnis, dass Anfahren am Berg offenbar doch keine unlösbare Aufgabe ist.
Rückblick auf die Touren im Mai 2026
Wettermässig bot der Mai 2026 so ziemlich alles, was der meteorologische Werkzeugkasten hergibt. Während an einem Samstag hochsommerliche Temperaturen den Schweiss bereits beim Einhängen des Helms aus allen Poren trieben, waren eine Woche später wieder Winterkleider angesagt. Temperaturunterschiede von 20 Grad gehörten fast schon zum Standardprogramm – man wusste jeweils nie so genau, ob Sonnencreme oder Handschuhe wichtiger sein würden.
18. Tour 02.05.2026 – Nach dem Tag der Arbeit wieder an die Arbeit
Unter der Leitung von André führte die Tour in die Hügel des Sundgaus. Mit stolzen 14 Teilnehmenden ging es von Riehen auf ziemlich direktem Weg Richtung Grenzübergang Hegenheim. Die rekordverdächtige Teilnehmerzahl dürfte nicht ganz zufällig gewesen sein: Am darauffolgenden Montag startete die Velowoche in Riccione, und offenbar wollten sich einige vor dem Trainingslager nochmals der heimischen Öffentlichkeit präsentieren.
Übrigens – was viele vermutlich nicht wissen: Der Osthang des Bruderholzes bildet tatsächlich die Ostgrenze des Sundgaus. Vorsicht also mit der Bezeichnung „Sundgauer Buure“ – der eine oder andere Basler könnte sich plötzlich geografisch ertappt fühlen.
Über Buschwiller, Wentzwiler, Folgensbourg und Knœringue führte die Strecke bis zum Wendepunkt hinter Biederthal. Zurück ging es via Steinsoultz und Fislis nach Leymen. Von Therwil aus wartete noch der letzte Hügel, bevor es entlang der Birs gemütlich zurück zum Ausgangspunkt rollte – oder eben so gemütlich, wie man nach einigen Höhenmetern noch rollen kann.
19. Tour 09.05.2026 – Tag der verlorenen Socke
Ohne die Italien-Fraktion trafen sich immerhin noch vier heimatverbundene Velofreunde zur nächsten Ausfahrt – also exakt zehn weniger als in der Vorwoche. Das nennt man wohl natürliche Fluktuation.
Die Tour führte ostwärts durch die Kantone Baselland und Aargau über Asphof, Wegenstetten, Schupfart und Eiken. Insgesamt summierten sich 84 Kilometer und rund 660 Höhenmeter – wobei der Löwenanteil nach dem Aufstieg zum Asphof, der Überquerung des Flugplatzes Schupfart und der Fahrt Richtung Eiken bereits erledigt war.
Nebst dem Europatag ist der 9. Mai auch der internationale Tag der verlorenen Socke. Zum Glück hielten wir uns nicht sklavisch an sämtliche Gedenktage und kamen alle wieder mit beiden Socken nach Hause. Der Tag erinnert bekanntlich an das weltweite Phänomen des mysteriösen Sockenschwunds in Waschmaschinen. Wäre schön, wenn das unsere grössten Sorgen wären.
20. Tour 16.05.2026 – Tag des friedlichen Zusammenlebens
Die Velowoche 2026 war Geschichte – alle wieder an Bord. Es war die Woche der Eisheiligen, die tags zuvor mit der „kalten Sophie“ offiziell geendet hatte, sich aber offenbar nur widerwillig verabschieden wollte. Der Thermometer schaffte es jedenfalls nicht über die 20-Grad-Marke.
Die 67 Kilometer lange Tour ins Markgräflerland führte via Kandern und Feuerbach bis zum Wendepunkt in Untereggenen – angepasst an die eher frischen Verhältnisse. Immerhin konnte der von den Vereinten Nationen ausgerufene Tag des friedlichen Zusammenlebens im Stammlokal in Bad Bellingen gebührend gefeiert werden.
Die UNO rief diesen Tag ins Leben, um Toleranz und Solidarität zu fördern. Im Kleinen funktioniert das bei uns meist ganz ordentlich – spätestens beim gemeinsamen Kaffee. Im Grossen scheint die Menschheit allerdings noch etwas Trainingsrückstand zu haben.
21 Tour 21.05.2026 – Am Tag, an dem die FIFA gegründet wurde
Am 21. Mai 1904 wurde die FIFA gegründet. Was daraus – teilweise unter Schweizer Führung – geworden ist? Nun ja… reden wir lieber übers Velofahren.
Denn bei den drei Teilnehmenden spielte Fussball definitiv keine Rolle. Im kleinen Kreis wurde die Wochentour mit Aufstieg nach Endenburg und anschliessender Abfahrt nach Hofen einfach genossen. Klein, fein und ganz ohne VAR-Diskussionen.
22. Tour 23.05.2026 – Sommertag
Innerhalb einer Woche plus 15 Grad – plötzlich über 30°C. Extremer hätte der Temperaturwechsel kaum ausfallen können. Nicht alle kommen mit solchen Wetterkapriolen gleich gut zurecht, weshalb die Steigungen an diesem Tag bewusst aus dem Programm gestrichen wurden. Man muss die Vernunft ja nicht komplett zuhause lassen.
Dem Rhein-Rhône-Kanal entlang führte die Tour durchs Elsass bis zum Grenzwechsel von Chalampé nach Neuenburg – also von Frankreich nach Deutschland. Für einmal etwas gemütlicher unterwegs, genossen achtzehn Beine (verteilt auf neun Personen) die abwechslungsreiche Landschaft, insbesondere auf elsässischer Seite.
Der Halt in – Überraschung – Bad Bellingen war nach dem Grossteil der rund 90 Kilometer höchst willkommen. Die von Roland offerierten Pizzen verschwanden in rekordverdächtigem Tempo und lieferten die dringend benötigten Kalorien für die restliche Heimfahrt. Wissenschaftlich bewiesen ist zwar nichts, aber Pizza fährt sich erstaunlich effizient in Energie um.
23. Tour 28.05.2026 – Auf der Suche nach dem richtigen Weg
Nach der flachen Tour vom Samstag standen wieder einige Höhenmeter auf dem Programm. Über Fehren, Nunningen und Bretzwil ins Fünflibertal lautete der Plan. Der Aufstieg nach Fehren sollte direkt in Breitenbach beginnen – zumindest theoretisch.
Da der Tourenleiter diese Variante selbst erst einmal gefahren war und prompt die richtige Einfahrt verpasste, kam kurzfristig etwas Hektik auf. Zum Glück sorgte André, inzwischen praktisch Navigationschef mit Handy-Diplom, rasch wieder für Ordnung.
Etwas steiler als in Erinnerung – besonders auf den ersten Metern – erreichten wir Fehren schliesslich doch wie vorgesehen. Danach verlief die Tour auf bestens bekanntem Terrain erfreulich störungsfrei. Manchmal ist es eben beruhigend, wenn wenigstens die Strasse weiss, wohin sie führt.
24. Tour 30.05.2026 – Gen Osten
Die knapp 90 Kilometer führten uns in die östlichste Gemeinde des Baselbiets: nach Anwil. Dort angekommen war auch bereits die einzige nennenswerte Steigung des Tages geschafft.
War der Aufstieg die Pflicht, so durfte die anschliessende Abfahrt über Kienberg nach Frick klar als Kür bezeichnet werden. Auf leicht abfallender Strecke wurde gedrückt, was die Beine hergaben – Tempi von über 40 km/h inklusive. In Frick kehrte wieder etwas Ruhe ein, bevor die letzte Steigung von Wallbach nach Möhlin wartete.
Durch das Waldstück erreichten wir Rheinfelden, wo die Vorfreude auf den Halt im Restaurant Bahnhof spürbar zunahm. Dort wurden wir bereits von unserem rekonvaleszenten Kollegen Martin erwartet. In gemütlicher Runde wurde gefachsimpelt, diskutiert und vermutlich auch die eine oder andere Heldengeschichte leicht ausgeschmückt, bevor der restliche Heimweg unter die Räder genommen wurde.
Fazit des Monats:
Der Mai bot alles: Sommer, Frühling, fast Winter, viele Höhenmeter, schnelle Abfahrten, verlorene Socken (zum Glück nur theoretisch), Navigationsabenteuer und natürlich die unverzichtbaren Zwischenhalte. Kurz gesagt: Velofahren wie das Leben selbst – selten planbar, manchmal anstrengend, aber meistens ziemlich schön.
04.05.26 - 11.05.26 Velowoche in Riccione
Die traditionelle Velowoche im Mai stand dieses Jahr gleich in mehrfacher Hinsicht unter neuen Vorzeichen. Erstmals wurde die Reise unter neuer Flagge durchgeführt, und ebenso erstmals erfolgte die Anreise – ganz im Zeichen von Komfort und Nachhaltigkeit – mit dem Zug.
Das Basislager wurde in diesem Jahr in Riccione aufgeschlagen. Im Hotel Gambrinus, nur wenige Schritte von der Adriaküste entfernt, wo sich wenige Wochen später Liegestuhl an Liegestuhl reihen und der Strand von dichtem Sommerbetrieb geprägt sein wird.
Im Fokus stand jedoch nicht das Strandleben, sondern das hügelige Hinterland der Romagna. In jener Gegend, in der sich einst der viel zu früh verstorbene Marco Pantani seine legendären Kletterqualitäten erarbeitete, wollten auch neun Ciclisti Basilea wichtige Grundlagen für die bevorstehende Saison legen.
Die Wetterprognosen vor der Abreise versprachen allerdings wenig Gutes: Regen und eher kühle Temperaturen waren für die gesamte Woche angekündigt. Der erste Blick aus dem Fenster schien diese Vorhersagen zunächst zu bestätigen. Doch der Wettergott zeigte sich gnädig – schon bald trockneten die Strassen ab und die ersten Ausfahrten auf den gemieteten Fondriest-Rennvelos konnten in Angriff genommen werden.
Und tatsächlich meinte es das Wetter in den folgenden Tagen gut mit der Gruppe. Zahlreiche Kilometer wurden abgespult, viele Höhenmeter gesammelt und die eindrucksvolle Landschaft der Region erkundet. Aus der Vielzahl an schönen Touren stach insbesondere die Fahrt in die Republik San Marino als besonderer Höhepunkt hervor.
Nach einer intensiven Trainingswoche lässt sich zudem festhalten: Ein nennenswerter Substanzverlust blieb aus – ganz im Gegenteil. Das gute Moretti-Bier scheint seinen Beitrag geleistet zu haben, denn bei einigen zeigte die Waage erstaunlicherweise eher nach oben. Selbstverständlich wird dies ausschliesslich dem Muskelaufbau zugeschrieben.
Zurück bleiben unvergessliche Eindrücke aus der Heimat Marco Pantanis, der auch 22 Jahre nach seinem tragischen Tod in der Region allgegenwärtig erscheint – und für viele Romagnoli wohl auf ewig unvergessen bleiben wird.
Alla prossima Volta!
Und vom Urs e Hampfle Värs wo raime oder wenigschtens dichte
Veloferie 2026
Vor dr Reis
Kurz vor dr Rais kunnt Hektik uff
Zwai, drei Kollege sinn närvöös und muff.
„Mir hänn kai Ticket, Urs hilf -
Soo git s kai Zugrais, mir stöön im Schilf“.
S het sich denn klärt, mir könne goo
Alli sinn glügglig und zimmlig froh.
Mäntig
Im Bahnhof in Mailand segglet ain umme
dr Roli sott schiffe, doch isch s Dumme
Dä Bahnhof isch riisig, är findet kai Schyssi
no losst er s halt syy, unsere Dyssi.
Im Hotel goot s ihm grad noonemool …. -
schyssig, denn ohni Bettdeggi isch s ihm nit wohl
Är will in e Laade, aini go boschte
s wär em egal, was die wurd koschte
Doch het är Glügg, denn mit sym Scharm
bikunnt är aini, ass er ka schloofe, dä Arm.
Au dr René isch en arme Tropf
ihm gheit d Deggi fascht uff e Kopf
D Duschi isch schäbig, d Lääde göön nit uff
überhaupt s ganz Zimmer macht ihn muff.
Zyschtig
Am Zyschtigmorge räägnet s, s isch nass
soo macht s Velofahre gar kai Spass
Dr André isch gnäädig, losst is warte
bis es droggen isch, denn könne mir starte.
Dr Roli het vorgsorgt, är isch halt e Flöggli
fahrt by Rääge nur mit Gorotex-Söggli.
Am schööne Kanal z Cesenatico
dien mer in e Baizli goo
Zem Glügg, denn bald scho fangt dr Räägen aa
drum hänn mer e längeri Pause ghaa.
Drogge goot s wytter uff Misano
döört hänn mer denn e Bierli gnoo
Derzue git s vo dr Mia denn für alli
Nüssli, Chips, Salami, Taralli.
Bevor mir Zoobe denn s Znacht dien yynee
het s e feini Wyydegu gee
S Hotelteam wird präsentiert
Und als Krönig vom Oobe e Torten offeriert.
Mittwuch
Dr Käller duet mit dr Hotelgruppe mitgoo
Zaigt glyy, wär dr Chef isch, mit em Ventoux-Trikot.
Während dr Kaffipause in Pesaro
duet dr René vo Velo zue Velo goo
54/34, 50/28, 52/30
my Übersetzig macht mi schyssig
Kai Wunder, maint är denn druff
haig är so Mieh dr Bärg duruff.
Au sait är uns, ass är gärn wett
e bar Landschaftsfötteli für d Colette
Mir hänn das gmacht und nämmen aa
är dänggt bim nägschte Baizebsuech denn draa.
Zrugg by dr Mia denn am Strand
git s nur no ai Plättli, s isch allerhand
Drum fahre mer ab morn grad hai
und nämme no ain im Bagno Nünzigundzwai.
Dr André, Gianni und Urs göön ihri Waade
im Meer go loggere und dien baade.
Nach em Ässe wird dr TV vom Martin inschtalliert
mir luege zämme, wie Bayern geege Paris verliert.
Donschtig
Duruff und durab goot die hüttigi Tour
drum zieht dr Hansjörg syni aigeni Spur.
Au dr Roli, dr René und dr Silvio
kehre und dien ihren aigene Wäg goo
Die andere fahre wytter, dien sich nit schoone
dien sich derfür in Santarcangelo mit ere Crème belohne
Die isch zwar lyycht, doch ainewäg
kriegt dr Martin dernoo e Platte zwääg.
Dr Nochber, wo döört wohnt, es isch dr Wahn
hilft is sofort und spontan
Är het dr Martin zem Mech chauffiert
dä het das Rad denn grad repariert.
Frytig
D Tour vo hüt die gfallt is sehr
d „Panoramica“ mit Sicht uff s Meer
Denn s Hinterland durab, duruff
das schaffe nümm alli, e Dail git uff
Sälbscht dr André duet an synere Gränze syy
und blocht nach em Bärgpryys an de Kollege verbyy.
Dr Martin, das waiss me, fahrt mit E
dr Gianni mit Musggle, wo me duet seh
Do frooge mir is an jedere Rampe
wie dr Christoph so lyycht duruff ka trampe.
Dr Oobe isch luschtig und intressant
jede hoggt doo mit em Handy in dr Hand
Gemäss Roli sott drum jeede Maa
für e Sunntig son e doofe QR-Code ha.
Samschtig
By Superwätter, s isch dr Wahn
stoot d Köönigsetappe hüt uff em Plan
San Marino isch aagsait, und s isch dr Hit
alli zämme kömme mit
Eb in dr Gruppe, zue Zwait oder ellai
jede schafft s uffe - und au wiider hai
S Bierli druff aabe im Bagno
het jede verdient und sehr gärn gnoo.
Für s Organisiere griegt dr André als Dangg
e tolle Magnetpin für dehai an Kiehlschrangg
Derzue hänn mir ihm, ass er draa dänggt
e Velotrikot vo Riccione gschänggt.
Sunntig
D Prognose zaige - es isch bitter
Räägen aa und au no Gwitter
Mir löön s Velo hüt im Käller
nämme s Büssli, drmit sinn mer schnäller
Und fahre - do verregg y
statt Velo, uuse uff d Autorennstreggi
Statt lyychti Reedli, fyyni Rähme
duet Motorelärm aim d Ohre lähme
Statt Fötteli vo Land, Bärg, Meer
sehsch hüt nur Auti, Felge, Pneu und Teer
Jä nu, d Idee isch gsi e tolli
vyyle Dangg liebe Rolli.
Ändstraich
So das isch es gsi, das wär s
ych bi am Schluss vo mym Värs.
Y glaub y ka saage im Name vo alle
s isch toll gsi, s het is guet gfalle.
Ässe guet, Toure toll, Wätter schöön,
aigentlig schaad, ass mer haimegöön.
Em André e härzlige Dangg nomoll
Im nägschte Joor wiider, das wär toll.
Vor genau 56 Jahren, am 11.05.1970, startete Apollo 13 die dritte Mondlandemission. Zu einer Betretung des Mondes sollte es nie kommen, da etwa zwei Tage nach dem Start ein Tank mit flüssigem Sauerstoff explodierte. Anstelle einer Mondlandung ging der Funkspruch "Houston we have a Problem" um die Welt. Ein Satz der wahrscheinlich prägender in Erinnerung geblieben ist wie jeder Kontakt mit der Mondoberfläche.
Der Bogen zurück zur Gegenwart kann sehrt direkt geschlagen werden. Erneut steht der 11. April in direktem Zusammenhang zur Mondfahrt. Um 13:37 Uhr MESZ trennte sich die Orion Kapsel von ihrem Servicemodul, zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns gerade im Steigflug Richtung Adelhausen, um eine halbe Stunde später eine saubere Landung im Pazifik vor San Diego hinzulegen.
Parallel befanden auch wir uns nun im Sinkflug, allerdings hatten wir nun ein Problem. In Martins hinterem Reifen verabschiedete sich, explosionsfrei, der Sauerstoff. Sprich ein Platter verzögerte die Landung. Damit hatte ein Vorauseilender nicht gerechnet, weshalb sein Plan auch nicht aufging. Mehr dazu später.
Dank vieler helfender Hände war das Malheur schnell behoben und nach erfolgter Rheinüberquerung näherten wir uns, nachdem wir auch Möhlin hinter uns gelassen hatten, dem nächsten Anstieg zum Asphof. Sehr geschlossen und kompakt erreichten wir den Punkt an dem die Rechnung nicht aufging. Genauer gesagt Renés Punkt an welchem er gedachte auf uns zu warten. Ohne aber einen allfälligen Defekt eingerechnet zu haben, stürzte er sich ca. 10 Min, in die Ab- und Rückfahrt.
Nach kurzem Verpflegungshalt jagten wir, unwissentlich, René vor uns her. Die Einholung, man kann es vorwegnehmen, gelang, trotz zügiger Rückfahrt, nicht. Es zeigts sich aber, dass auch alte Gewohnheiten, dank denen es beim Schänzli im Crazy Horse doch noch zum Zusammenschluss kam, ihr Gutes haben.
Wer sich noch an das A-Team erinnert, erinnert sich auch noch an den häufigsten Schlusssatz "ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert" von Colonel John Hannibal Smith. Nun an diesem Tag hat er nicht funktioniert.
Übrigens - Der tatsächliche Funkspruch von Jack Swigert an die Bodenstation lautete: „Okay, Houston, we’ve had a problem here“. Oder war es noch einmal anders? Wenn zwei das Gleiche Erzählen ergibt das halt meistens schon drei Versionen.
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13. Tour 07.04.26 – Frühlingsgefühle
Was sind den Frühlingsgefühle – früher konnte man Google fragen. Das heisst ganz früher musste man sich solche Fragen noch selber beantworten.
Also gesagt getan – bei Google Frühlingsgefühle eingegeben – Übersicht mit KI besagt folgendes:
Frühlingsgefühle sind eine saisonale Hochstimmung, ausgelöst durch mehr Tageslicht und Wärme, die den Hormonhaushalt (weniger Melatonin, mehr Serotonin/Dopamin) umstellt. Sie führen zu Lebensfreude, Unternehmungslust und erhöhter Flirtbereitschaft, da Menschen aktiver werden und sich mehr im Freien aufhalten.
Umgelegt auf die Ausfahrt im Badischen Umland, welche via Kandern nach Badenweiler auf den Rückweg durch die Rheinebene führte, lässt sich festhalten:
Stimmung gut - Wärme wird langsam - Lebensfreude durchaus, in unserem Alter, wenn nicht jetzt wann denn dann? – Flirtbereitschaft, kann mangels Gelegenheit nicht bewertet werden.
Unternehmungslust war, logischerweise, Voraussetzung. Ansonsten tut man sich das ja gar nicht an. Immerhin waren knapp 80 Km und 550 Hm. zu bewältigen. Vor allem der Mittelteil von Kandern nach Badenweiler mit den drei Hauptsteigungen war ein wenig fordernd, wurde aber so absolviert, dass noch alle genügend Reserven hatten um die Rückfahrt zügig zu absolvieren. Leider ohne Kuchen beim Boxenstopp, der war Alle.
Zum Tagessieger zu Küren wäre aber KI, alle Synonyme zu den Frühlingsgefühlen erfüllt (das mit der Flirtbereitschaft kann ja noch werden) – 100 Punkte an KI.
Ob das nun freut oder beängstigt, oder Beides gleichzeitig muss jeder für sich selbst beantworten. Oder weiss das KI auch schon. Ich wage nicht zu fragen, am Schluss wissen die mehr über mich wie ich selbst. Nun weiss ich es erst recht nicht.
* Dieser Text wurd garantiert nicht mit KI geschrieben.
11. Tour 24.03.26 - Hoffnungsvolle Blicke
Bei wunderschönem Wetter absolvierten wir uns eine kleine Klettertour im Rheinknie über Endenburg, Lehnacker, Sallneck und Adelhausen. Angesichts der aktuellen Weltlage gönnten wir uns zwischendurch ein paar hoffnungsvolle Blicke in die dunstige Ferne. Frei nach dem Philosophen Ernst Bloch – "Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt."
5. Tour 28.02.26 - Wenn der Winter leise geht
Am letzten meteorologischen Wintertag und 57 Stunden nach dem Ändstreich fand die fünfte Ausfahrt des laufenden Jahres statt. Im Angebot war ein Parcours mit wenigen Höhenmetern – gedacht zur Schonung der strapazierten Muskeln, schmerzenden Handgelenke und wunden Lippen der aktiven Fasnächtler in unseren Reihen. Geholfen hat es allerdings nicht viel. Letztendlich – man kann es nur vermuten – verhinderten Erschöpfung, Restalkohol und vielleicht auch das trübe Wetter nach de drei scheenschte Dääg die Überwindung des inneren Schweinehundes und damit eine Teilnahme. Immerhin hielt einer die Fahne der aktiven Cortège-Teilnehmer hoch.
Trotz dieser diversen Unpässlichkeiten bezifferte sich die Gruppengrösse auf sechs Teilnehmende, die sich – dem grauen Himmel zum Trotz und passend zum letzten Wintertag – am Treffpunkt beim Eisweiher einfanden. Witterungsmässig sollte der Regenradar mit seiner optimistischen Vorhersage recht behalten, und wir kamen unter dem die Region überspannenden grauen Wolkendach trocken über die Runde.
Die rund 75 Kilometer führten zunächst in nördlicher Richtung über Kandern und Schliengen nach Müllheim, wo der Kurs nach Westen und damit nach Neuenburg wechselte. Aus dem Süden roch es nun – keine 100 Kilometer mehr – bereits nach Kaffee und Kuchen. Also, die Zunge im Gegenwind, nichts wie hin.
Auffallend auf dieser Tour waren die äusserst zuvorkommenden Automobilistinnen und Automobilisten. Ein ums andere Mal wurde uns der Vortritt gewährt, und wir wurden freundlich durchgewunken – völlig ungewohnt und schon fast unheimlich.
Wie so oft lohnt sich auch ein Blick in die Vergangenheit: Zu erwähnen sind der Durchstich des Gotthard-Eisenbahntunnels im Jahr 1880 sowie die Patentierung des heute nicht mehr ganz so beliebten Styropors im Jahr 1955.
1. Tour 17.01.26 - Sozialarbeiter auf schmutzigen Velos
Mit einer gemächlichen Runde starteten wir in die Saison 2026. Vorgesehen war eine Tour von knapp 60 Kilometer, am Schluss wurden es 45. Zum Start um 12:30 Uhr fanden sich fünf Teilnehmer ein. Schon im Vorfeld liess mich Roland wissen, dass er, gemeinsam mit Silvio, den Rückweg über Kandern und nicht wie vorgesehen über Schliengen unter die Räder nehmen würde.
Bei einer Aussentemperatur von rund 7°C und leichtem Sonnenschein fuhren wir los.Für Mitte Januar ganz OK. In der Anfahrt nach Haltingen tönte es plötzlich von hinten «André, mit dim dräggige Velo kasch froo si isch dr Kurt nit derbi». Da lobte ich mir mein braunes Velo, auf dem man den Schmutz der Ausfahrten der vergangenen Tage nicht so sehen konnte.
Schon bald folgte der erste Aufstieg. Ausgangs Fischingen galt es den ersten, von noch kahlen Reben gesäumten, Aufstieg zu überwinden. In ein paar Wochen wird hier, wie vielerorts, bereits wieder frisches grün durchscheinen. Momentan aber lässt mich meine im Winter permanent laufende Nase noch wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft schnappen. Ein Blick nach links zeigte mir, anderen geht es auch nicht besser, auch Robi kämpfte neben mir gegen Rotz und Schleim. Da hilft nur Abstand nehmen um das Riechorgan kräftig durchzublasen. Für die nächsten zehn Meter war freie Sauerstoffzufuhr gewährleistet, dann fing das Übel wieder von vorne an. Glücklicherweise hält sich die Behinderung auf Flachstücken, wie dem das nun vor uns lag, in Grenzen.
Solidarisch entschieden wir uns in Riedlingen gemeinsam nach rechts abzubiegen um Roland und Silvio auf ihrem Rückweg über Kandern Geleitschutz zu gewähren. Das brachte uns, durch Roland, die Ernennung zu Sozialerbeitern ein. Nun ja, drei Sozialarbeiter für zwei zu Betreuende, so ein System kann ja nicht billig sein. Rechnung folgt.
Die Steigung über denn Golfplatz nach Kandern stellte zwar kein nennenswertes Problem dar, liess aber die Gruppe doch noch einmal leicht auseinanderbrechen. Zwei, Einer, Zwei fuhren wir in Kandern ein, ergibt Summa summarum fünf. Somit konnte die Rückfahrt komplett und geordnet angetreten werden. André liess durchblicken, dass er, ob seiner kalten Füsse bei denen er nicht so richtig wusste ob sie überhaupt noch dran waren, über die die Verkürzung der Strecke nicht gerade unglücklich sei.
Flott ging es durchs Kandertal retour und wir freuten uns schon auf den wärmenden Zwischenhalt in Binzen. Leider fiel dieser aber einer rigorosen Parkraumbewirtschaftung zum Opfer. Noch ehe wir unsere Velos richtig an den derzeit leeren Brunnen anlehnen konnten, wurde uns das von einer Mitarbeiterin des Café Lotta verweigert. Das hatten wir gleichenorts schon einmal, somit können wir dieses Café endgültig von unserer Liste streichen. Mangels Alternativen fuhren wir die Tour bis Riehen zu Ende und gönnten uns den Kaffee zum Abschluss im Café Dolce Sosta. Die Velos konnten wir, unter Verschluss, im Garten meiner Eltern sorgenfrei parkieren.
9.01.2026 - Rückblick Saison 2025 / Ausblick Saison 2026
Am 9. Januar 2026 gewährte uns die Fasnachtsclique Dupf Club, dank Roland, Gastrecht für eine Zusammenkunft zum Rückblick auf die vergangene, und Ausblick auf die kommende Saison. Im Vorfasnächtlichen Ambiente diskutierten die 14 Anwesenden rege über Gewesenes und Kommendes. Im Wesentlichen konnte folgendes Resumee gezogen werden:
- Alle sind zufrieden mit Touren, Informationen und Organisation im 2025.
Für 2026 ist nichts zu ändern, höchstens mehr Touren im Elsass, aber nur unter der Woche (am Wochenende zu viel Verkehr) - «Langsamere» 2. Gruppe wird jeweils spontan entschieden, z.B. bei zu vielen Teilnehmern oder zu langen Touren.
- Für die Webseite erfolgt ein Upgrade auf die Pro Version. Wer Freude an der Webseite hat darf sich gerne mit einer Spende an den Unkosten beteiligen.
- Die bisherigen 3 WhatsApp-Gruppen bleiben weiterhin bestehen.
- Das, im Zusammenhang mit künftigem Sponsoring vorgeschlagene Projekt wird für gut befunden und durch Hanspeter Brack weiterverfolgt.
- Das Projekt Ciclisti Basilea hat sich bewährt, wir bleiben weiterhin eine ungebundene Interessengemeinschaft Rennvelofahren und wollen keinen Verein bilden.
Im Anschluss an den offiziellen Teil wurden wir von Gabi mit Hörnli und Ghaggtem verwöhnt. Im Namen von Ciclisti Basiliea und aller Anwesenden bedanke ich mich bei Gabi und Roland für Organisation und kulinarischen Gaumenschmaus. Es war ein rundum gelungener Abend.
Auf eine tolle, schöne, ereignisreiche und unfallfreie Saison 2026
Jahresende - Fine Anno
Man mag es kaum glauben, in wenigen Tagen geht die erste Saison unter neuer Flagge zu Ende. Zeit für einen kurzen Rückblick.
Dazu erstmal ein paar schnöde, nüchterne Zahlen. Auf insgesamt 55 Ausfahrten wurden gesamthaft knapp 25'000 Kilometer und nahezu 200'000 Höhenmeter absolviert. Die jeweilige Gruppengrösse schwankte zwischen zwei und zwölf und lag im Durschnitt bei sechs Personen. Die Länge der einzelnen Touren variierte von 55 bis 120 Kilometer. Fünf Teilnehmer gesellten sich im Lauf des Jahres neu zu uns.
Soviel zum Zahlenwerk, welches nicht andeutungsweise vermittelt was wirklich dahintersteht. Nämlich der Fortbestand einer Interessengemeinschaft die das gemeinsame ausüben unseres Hobbys, Rennvelofahren, zum Ziel hat und uns alle verbindet. Auf die Entstehungsgeschichte, auf das Weshalb, Wie und Warum muss an dieser Stelle nicht mehr eingegangen werden, es ist hinlänglich bekannt und nicht mehr von Bedeutung. Tempi passati.
Entstanden ist etwas womit ich persönlich niemals gerechnet hatte. Vielmehr ging ich, im Spätsommer 2024, davon aus ab 2025 wieder mehrheitlich alleine, sulla Strada, unterwegs zu sein. Gekommen ist es anders und aus der anfänglichen Chatgruppe ist, in Form einer IG, eine einfache Gesellschaft entstanden.
Die Gruppe nun einzig und allein als IG Rennvelofahren zu sehen würde dem Ganzen nicht gerecht werden. Zu sehr mag man sich, respektiert sich gegenseitig und steht sich auch, selbst wenn man sich teilweise noch gar nicht so lange und gut kennt, irgendwie doch nahe. Wer als Erster oben am Berg ankommt ist unwichtig und wer wie viele Speichen am Rad hat erst recht. Zuweilen darf man sogar auch mal ein Rad abhaben. Viel wichtiger ist es, in Zeiten in denen die Welt rundum mehr und mehr spinnt, eine Insel der Glückseligkeit zu haben. Ein Umgebung die zeigt es kann auch anders sein. Friedlich. All das kann man wohl als Spirit bezeichnen.
Moment mal, wie ist das mit dem Berg und dem ankommen? Die Berichte geben zuweilen aber ein anderes Bild wieder. Nun ja, es hat ja auch niemand gesagt es werde ambitionslos gefahren, am Ende des Tages ist es einfach nur nicht mehr wichtig. Sieger werden keine gekürt.
Wettermässig durften wir zufrieden sein. Bereits im April wurde die 30°C Marke erstmals angekratzt, bevor es dann im Mai praktisch über Nacht Sommer wurde. Bis weit in den August hinein konnten sich die hohen Temperaturen halten um dann bereits im September empfindlich abzufallen. Über den ganzen Sommer mussten kaum Ausfahrten abgesagt werden. Gegen Ende September und vor allem im regnerischen Oktober riss diese Serie ab. Im November und Dezember konnte die Tourentätigkeit, dank mehrheitlich milden Temperaturen und sonnigem Wetter nochmals Fahrt aufnehmen.
Regional wurde so ziemlich alles abgefahren was einigermassen in Reichweite, besser gesagt in Tretweite liegt. Zwischen dem nördlichsten Punkt Heitersheim und dem südlichsten Kestenholz wurde das Gebiet in unterschiedlichsten Variationen unter die Räder genommen.
Trotz einigen kritischen Situationen dürfen wir dankbar sein ein unfallfreies Jahr hinter uns gebracht zu haben.
Für 2026 wünsche ich, in erster Linie, Allen ein gesundes, wiederum unfallfreies Jahr mit vielen schönen Touren und Erinnerungen.
51. Tour 22.11.25 - Wanderschuhe schnüren statt Reifen pumpen
Wie bereits die Headline verrät war man, zum ersten Mal in diesem Winter, statt auf surrenden Rädern in stampfenden Schuhen unterwegs. Innert Wochenfrist war der Thermometer von nahezu 20°C auf 0°C gesunken. Von sämtlichen Wetterseiten wurde gar Schneefall nicht ausgeschlossen. Bereits zur Wochenmitte kamen die ersten zaghaften Anfragen, ob man vielleicht nicht doch eine Wanderung als Alternative zu einer frostigen Velotour ins Auge fassen könnte. Klar kann man, bevor die Tour ins Auge geht.
Es erfolgte die Stabübergabe an Bergführer Roland, der sich eine höchst anspruchsvolle Strecke (Rieche Dorf – Autal – Maiebühl – Inzlige – Chrischona - Bettige (Verpflägigsstopp) - Rieche Dorf ausdachte und diese umgehend im Chat bekannt gab. Obwohl, Angesichts der Streckenwahl, mit überhängenden Passagen zu rechnen war gingen sofort die Daumen, mit denen man seine Teilnahme kundtat, nach oben. Einzig die Frage nach dem Marschgepäck führte zu einiger Verunsicherung. Die Präzisierung auf Leichtes, aha dä will also dä Gwaltsmarsch a aim Daag mache, beseitigte alle Klarheiten.
Letztendlich fanden sich um 13:00 Uhr zehn Pedaleure,die die Schuhplatten durch Steigeisen ersetzt hatten, auf dem verbotenen Platz ein. Gianni, wie gewohnt im Tempo des gehetzten A… das Erlensträsschen empor stürmend, reihte sich als Letzter ein. Das Erscheinungsbild mutete ein wenig an wie die Erstbesteigung des Matterhorns. Von der neuen Ciclisti Basilea Softshell Winterjacke über die Lappenmütze (nicht zu verwechseln mit Lappimütze) war bis zur Kartentasche der Schweizer Armee so ziemlich alles vertreten.
Los gings. Schon bald lag der Dorfkern hinter uns und mit dem Einstieg ins Reservat Autal lag die Zivilisation endgültig hinter uns. Nun war Aufmerksamkeit gefragt, jeder Fehltritt konnte verheerende Folgen haben, hoffentlich sind die Bären schon im Winterschlaf. Angesichts der schwierigen Bedingungen erfolgt schon im Autal eine erste Streckenkorrektur. Statt den beschwerlichen Umweg übers Maienbühl unter die Sohlen zu nehmen ging es direkt rechts hoch Richtung Chrischona.
Auf Intervention des Bergführers wurde dann der gefährliche direkte Aufstieg doch wieder verworfen und die sicherere Route über Inzlingen gewählt. Angesichts der drohenden Sonne am Himmel sicher die richtige Wahl. Dank Rolands überragender Ortskenntnisse blieb Wernis Kartentasche zu. Souverän führte er uns auf der rechten Hangseite am Inzlinger Dorfrand, da gäbe es doch auch noch ein paar Gelegenheiten zur Einkehr, vorbei.
Der Tritt war nun gefunden. Meinte man. Plötzlich wurde nämlich ein MTB Fahrer von der Sehnsucht nach Matsch überwältigt. Im Cross-Country Stil führte er die Gruppe auf und in tieferes Terrain. Der nunmehr klebrige Bodden baute sich unter meinen Schuhen auf. Gefühlt wuchs ich mit jedem Tritt um einen Zentimeter. Genauso schnell schrumpfte ich, nachdem wir die rettende Teerstrasse erreicht hatten, aber auch wieder. Dank Sohle mit Negativprofil flogen die Dreckstollen nur so von den Schuhen.
Schon bald war der Gipfel erreicht und der Abstieg über die Südseite wurde, angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit, unverzüglich eingeleitet. Man weiss nie wann Sturm aufkommt am Berg. Vorerst am Waldrand entlang, anschliessend nochmals über eine kleine Kuppe wurde das Basislager in Bettingen erreicht, wo wir von Lagerchef Daniel bereits erwartet wurden. Nunmehr in Sicherheit gönnten wir uns einen Kaffee, Kaffi Luz oder ein Bier mit zweierlei Wähe.
Bleibt noch zu erwähnen was gleichen Datums noch so passiert ist:
- vor 100 Jahren (1925) wurde das Zürcher Letzigrundstadion eröffnet
- 1928 wurde Maurice Ravels Bolero, bekannt auch aus Ten – Die Traumfrau mi Bo Derek in der Hauptrolle, in Paris uraufgeführt
- 1958 wurde Jamie Lee Curtis, die bis in die frühen 80er Jahre als Scream-Queen in diversen Horrorfilmen von sich reden machte, um dann mit Filmen wir "ein Fisch namens Wanda" Ihre Karriere als Komödiantin und Charakterdarstellerin fortzusetzen.
- 1963 fiel John F. Kennedy einem Attentat zum Opfer, das erste weltpolitische Ereignis an welche ich mich als damals Fünjähriger zu erinnern vermag.
- Vor fünf Jahren ist mit Doris de Agostini, im Alter von erst 62 Jahren, eine Abfahrerin des alpinen Skisports die zu den schnellsten und auch attraktivsten ihres Faches gehörte verstorben.
Erst ein Jahr zurück liegt der grosse Wintereinbruch der uns mit 27 cm Neuschnee beglückte und den gesamten öffentlichen Verkehr zum erlahmen brachte.
42. Tour 07.10.25 - Es geschah an einem Dienstag
Eine Stramplerin und acht Strampler haben sich am Treffpunkt zur 42. Tour 2025, an einem ganz normalen Dienstag im Herbst, eingefunden. Nach einer längeren Periode mit bereits ungemütlich novemberlichen Wetter lockte die Sonne. Das Scharren mit den Fussplatten, bevor es endlich losging, war kaum zu überhören. Unter den Scharrenden erfreulicherweise drei neue Gesichter, eines bereits zum zweiten Mal.
Pünktlich ging es los, gerade noch rechtzeitig um eine Stampede zu verhindern. In geordneter Formation verschob sich die Karawane, auf dem Wiesentalradweg nach Steinen. Auf der Fortsetzung Richtung Schlächtenhaus begann es schon bald nach Bergluft zu riechen und in Gedanken wurde wohl der eine oder andere Schuhverschluss festgezurrt. Ein genetisch verankertes Überbleibsel aus der Zeit der Pedalriemchen.
Nach Durchfahrt der Ortschaft, am eigentlichen Beginn der Steigung zur Scheideck, war Gianni nun definitiv nicht mehr zu halten, die Pferde pardon das Velo ging mit ihm durch. In gewohnter Manier stürmte er, auch mit lockerem Schuhwerk, der Kuppe entgegen und war schon bald, zwei drei Kurven weiter, gerade noch zu sehen. Das restliche Feld begnügte sich derweil mit gegenseitiger Überwachung. Derart neutralisiert wurde der Kulminationspunkt beinahe geschlossen erreicht.
Nach kurzem PP-Halt (Pinkelpause) folgte die belohnende Abfahrt nach Kandern wo wir uns, nach Überquerung des Golfplatzes, gleich in die nächste Abfahrt stürzen durften. Sanft begann es Ausgangs Riedlingen, Feuerbach entgegen, wieder zu steigen. Zweimal links zweimal rechts, mit vorhergehendem Wechsel auf das kleine Kettenblatt, ging es mitten durch Feuerbach zum nächsten kurzen Halt beim Wanderparkplatz Stelli.
Von nun an gings bergab, zumindest bis Liel, ab da wurde aus abwärts flach. Aber wenn das Restaurant zum Brunnen in Bad Bellingen ruft heisst flacher halt nicht unbedingt langsamer und so ging es mit ordentlich Zug auf der Kette dem Verpflegungspunkt entgegen. Schnell war den auch der windgeschützteste Platz geentert und bei Getränken nach persönlichem Gusto wurde eifrig parliert. Schwerpunkte vorab der FCB und die wundersame Übermacht eines Tadej Pogacar.
Dangge, mir hän scho!
Wie alles (ausgenommen die Wurst) ein Ende hat, fanden auch diese Unterhaltungen ein Ende, was konsequenter Weise zur Weiterfahrt führte, und das gleich mit der letzten Steigung nach Bamlach. Mir kam die auch schon steiler vor. Eigenartigerweise kommt mir dieser Eindruck immer Ende Saison.
Der Rest war dann nur noch Nach Hause rollen und das wie gewünscht gemütlich.
33. Tour 23.08.25 - Töfflibuebe
Ausgeschrieben war eine neu zusammengestellte Runde die via Inzlingen ins Baselbiet führen sollte. Das am Ende des Eitals gelegene Kilchberg stellte dabei den östlichsten Punkt der Tour dar.
Für die fünf Teilnehmer, die sich am Treffpunkt vor dem Gemeindehaus einfanden, ging es mit einem Kaltstart gleich in die erste Steigung. Dem Wunsch auf ein gemässigtes Tempo wurde gerne nachgekommen. Dementsprechend geschlossen erreichten wir so den ersten Kulminationspunkt des Tages um uns um uns haltlos, will heissen ohne Halt, in die Abfahrt nach Degerfelden zu stürzen. Die ungewöhnlich kühle Temperatur von gerade mal 13°C sorgte dabei für leichtes frösteln. Um wieder warm zu bekommen durchquerten wir Degerfelden in nicht ganz vorgeschriebener Geschwindigkeit worauf wir durch eine missmutig blinkende Anzeige unübersehbar hingewiesen wurden. Naja, die vorgeschriebenen 30 Km/h werden mit Lärmbegrenzung begründet und der Vorwurf übermässiger Lärmentwicklung dürfte für uns kaum zutreffen.
Über das Kraftwerk Möhlin vollzogen wir den Landeswechsel und befandrn somit wieder auf Schweizer Boden. Um zur Hauptsteigung des Tages zu gelangen ging es fürs Erste, gefühlt, wieder rückwärts. Frei nach Wolfgang W. Parth « vorwärts Kameraden wir müssen zurück».
Allerdings nur bis Rheinfelden wo wir nach links ins Magdnertal einschwenkten. Die Idee einer baldigen Rückkehr, sofern sie vorhanden war, musste damit begraben werden. Auf vorerst leicht ansteigendem Terrain gelangten wir nach Wintersingen, wo die Bezwingung der Sissacher Fluh bevorstand. Quasi mitten im Dorf ging es rechter Hand in diesen Anstieg der sich einem gleich zu Beginn als regelrechte Wand in den Weg stellt. Hat man die erste S-Kurve erst einmal hinter sich gebracht beginnen sich die Befürchtungen doch ein wenig zu reduzieren. Von zweistellig wird es einstellig, mit 7-9% geht es zwar immer noch flott aber einigermassen erträglich bergwärts. Letztendlich alles eine Frage des angeschlagenen Tempos. Irgendwie hatte ich während des ganzen Aufstieges das Bild vor Augen wie ein Töfflibueb seinen Velo fahrenden Freund den Berg hochzieht. Halluzinationen? Wenn ja, lösten sich diese in der Abfahrt wieder auf.
Immerhin ging es temperaturmässig Richtung 20°C und der Abzweiger nach Gelterkinden wurde Eingangs Sissach wunschgemäss erwischt.
Nach einer kleinen Dorfrundfahrt schwenkten wir in das 6 Km lange Eital ein welches uns nach Kilchberg, der Bevölkerungsärmsten Gemeinde im Kanton BL, führte. Zuvor bedurfte es einiger Überredungskünste um Alle über die gesamte Strecke zu bringen. Letztendlich war aber auch das von Erfolg gekrönt und man kann es vorweg nehmen, am Schluss hatte es Keiner bedauert.
Die Einfahrt in Kilchberg bedeutete auch das Erreichen des Anfangs der letzten Steigung und die hatte es nochmals in sich. Wieder ging es rechts ab und wieder hing man gleich in der Wand. Mit max. 13% windet sich die Strasse durchs Dorf hoch, und kaum eingebogen waren sie wider da. Die Töfflibuebe. Irgendwie bekam ich dieses Bild, an diesem Tag, nicht mehr aus dem Kopf.
Beim Halt in Rünenberg strömte der gemischte Chor aus dem Feuerwehrmagazin über dessen Aktivitäten wir sogleich umfassend informiert wurden. Wenn es mit dem Velofahren nicht mehr so klappt, vielleicht eine Alternative. Obwohl, von mir möchte das wohl niemand hören.
Für die Abfahrt wurde uns, die Sommerau hinunter, ein neuer Strassenbelag zur Verfügung gestellt. Die ehemals rüttelnde Abfahrt fährt sich nun seidenweich. Die restliche Strecke, Sissach, Liestal mit Ziel Muttenz Crazy Horse gestaltete sich als Kür. Nach den zuvor bezwungenen Anstrengungen wirbelten die Beine wie fast von alleine.
28. Tour 09.08.25 - 3x9 pure Vollkommenheit
Will heissen neun Teilnehmer trafen sich am Neunten August um neun Uhr um für die 28. Tour des laufenden Jahres die Speichen singen zu lassen. Irgendwo zwischen Binzen und Schliengen wurde mir die Häufung dieser Zahl bewusst. Grund genug mich mit dieser 9 ein wenig näher zu befassen.
Bei der Suche nach der Bedeutung landet man relativ schnell bei der Numerologie. Als Aberglaube oder bestenfalls Pseudowissenschaft abgetan, befasst sie sich mit der Bedeutung der Zahlen 1 bis 9.
Die 9 steht für Vollkommenheit, sie kann mit jeder beliebigen Zahl multipliziert werden, die Quersumme des Resultates ergibt immer neun.
9 x 3 = 27 > Quersumme 2 + 7 = 9
Aber auch aus einem Datum z.B. Geburtstag lässt sich eine Quersumme bilden.
Geburtstag 21.04.1958 > 2+1+0+4+1+9+5+8 = 30 > Quersumme 3 + 0 = Lebenszahl 3
Der Lebenszahl wiederum werden Eigenschaften, Bedeutungen etc. zugeschrieben. Ich habe mir den Spass für mich mal gemacht und war erstaunt was dabei herauskam. Macht euch doch auch mal die Mühe eure Lebenszahl zu errechnen und deren Bedeutung zu eruieren.
Das mit Vollkommenheit traf für diese Tour in vielerlei Hinsicht zu. Vor der Nacht des Vollmondes durften wir bei vollkommenem Wetter, in vollkommener Zusammensetzung (ist es, egal in welcher Zusammensetzung, ohnehin immer) und bei vollkommenen Rahmenbedingungen die 28. Tour absolvieren.
Die Rückkehr des Sommers und die angesagte grosse Hitze veranlasste mich zur Wahl einer flachen Strecke bei der wir zur grössten Mittagshitze bereits wieder zu Hause sein müssten. Trotzdem galt es knapp 100 Km und rund 350 Hm zu absolvieren. Die E-Racer durften für einmal im Stall bleiben und so freute man sich denn auch wieder einmal so ein richtig leichtes Rennvelo unter dem Allerwertesten zu haben.
Doch bevor es los ging war Fototermin angesagt. Roland organisierte auf die Schnelle einen Fotografen und liess uns vor dem Eisweiher in Reih und Glied antreten.
Doch bevor es los ging war Fototermin angesagt. Roland organisierte auf die Schnelle einen Fotografen und liess uns vor dem Eisweiher in Reih und Glied antreten. Nach 5x Abdrücken konnte gestartet werden. Via der ersten Steigung in Fischingen ging es ins Tal welches uns nach Riedlingen bringen sollte. Noch waren die Temperaturen angenehm. Trotzdem machten sich bei Überquerung des Anstieges vor Liel zaghaft erste Schweisstropfen bemerkbar. Glücklicherweise trockneten die aber im leichten Gegenwind Richtung Müllheim schnell wieder ab und der Hauptharst an Steigungen war auch schon absolviert. Computerabwürfe (nur für Insider) waren auch keine zu verzeichnen, vollkommen ohne Zwischenfälle erreichten wir so Müllheim.
Ein erster spürbarer Temperaturanstieg machte sich auf der Weiterfahrt nach Heitersheim, dem Wendpunkt der Tour, bemerkbar. Im Gegensatz zum Trocknenden Wind waren sie plötzlich wieder da. Die Schweisstropfen.
Der Wendpunkt der Tour war nun passiert aber noch nicht deren Hälfte, die liegt ungefähr im ersten Viertel der Weiterfahrt nach Grissheim. Leichter Gegenwind begleitete uns nun bis Steinenstadt. Für etwas Kühlung sorgte ein grosser Feldsprenkler vor Zienken der uns auf dem Veloweg erwischte. Doch noch Velo Putzen.
In Neuenburg, bei der Einfahrt auf den Veloweg nach Steinenstadt, hatte sich der Tourenleiter, nicht zum ersten Mal an dieser Stelle, etwas vertan. Ausser einem verärgerten Hupen, dem Einzigen an diesem volkommenen Tag, nichts passiert. Irgendwann wir er es wohl auch noch lernen.
Wie immer wurden kurz vor der letzten Steigung, hoch nach Bamlach, in Bad Bellingen die Kalorienspeicher auf Vordermann gebracht. Anlässlich seiner kürzlich überschrittenen Altergrenze, in deren Mitte die Pension lockt, hatte Christoph, völlig unbemerkt die Zeche beglichen. Herzlichen Dank. Die gezückten Geldbeutel konnten wieder eingesteckt werden um die restlichen Kilometer zu absolvieren.
Mittlerweile war die Temperatur auf deutlich Ü30 gestiegen. Dies bewog uns in Haltingen auf Peters Angebot zur Bezahlung einer Runde zurückzukommen um uns ein Abschlussbier zu gönnen. Dank auch an Peter.
Übrigens, am 09.08.1974 trat ein gewisser Richard Nixon, um einem Amtsenthebungsverfahren zu entgehen, als Präsident der USA zurück. Wünschen wir uns so einen Rücktritt , 51 Jahr später, nicht Alle?
Wäre so ein Tag, egal welche Zahl davorsteht, nicht auch ein Tag der Vollkommenheit?
26. Tour 19.07.25 – Man(n) nehme
Wieder einmal war die Wettervorhersage nicht oder nur bedingt aussagekräftig. Sah es bis Mitte Woche für unsere Samstagstour noch eher regnerisch aus liess die Prognose ab Donnerstag alles offen. Da in der Regel niemand gerne nass wird, empfahl es sich bei der Streckenwahl darauf zu achten nicht allzu weite Kreise um das heimatliche Zentrum zu ziehen um notfalls rasch wieder im trockenen zu sitzen.
Die Rezeptur für die Tour lautete deshalb: Man nehme altbewährte Touren der näheren Umgebung, zerlege sie in einzelne Abschnitte und setze diese neu zusammen. Und siehe da, herausgekommen ist eine abwechslungsreiche Tour von 85 Km durchsetzt mit knapp 800 Hm, die alles beinhaltete was des Radlers Herz begehrt. Flachstücke, Anstiege und Abfahrten bunt gemischt.
Trotz Ferienabwesenheiten fanden sich eine Teilnehmerin flankiert von fünf Teilnehmern kurz vor Start beim Eisweiher ein. So konnte kurz nach neun, bei noch angenehmen Temperaturen aber bereits schwülen Bedingungen, gestartete werden. Radsportlich gesehen war und ist dieser 19. Juli eine äusserst geschichtsträchtiger Tag, aber dazu komme ich später noch. Vorerst verschoben wir uns auf flachem Terrain via Altweil nach Eimeldingen und schlugen, besser gesagt fuhren, dabei bereits einige Haken um den Hauptverkehrsstrassen möglichst zu entgehen. Die Getreidefelder die wir dabei passierten waren mehrheitlich bereits abgeerntet, wohl eine Folge eines sehr heissen Juni.
Vorerst flach ging es bis Efringen weiter, bevor es allmählich sanft zu steigen begann. Fast unbemerkt hatten wir in Tannenkirch die ersten knapp hundert Höhenmeter absolviert bevor wir uns auf die Abfahrt nach Riedlingen begaben. Da wir aber schon bald zur Siedlung am Holz abbogen fiel die Abfahrt äusserst kurz aus. So richtig mit Schuss nach Riedlingen ging es erst auf der L34 nachdem wir die Siedlung bereits passiert hatten. Den Schwung in die Steigung nach Kandern mitzunehmen gelang auch noch einigermassen so dass es, zwar nicht mehr mit Schwung dafür umso mehr Elan, in die Hauptsteigungen des Tages Endenburg und Sallneck ging. In drei Stärkeklassen, sprich drei Zweiergruppen gelang es diese zu bezwingen. Gianni und Harald räumten gefolgt von Robi und mir die Strecke frei , Johanna und Martin sicherten nach hinten ab.
Mit einer kleinen Schlaufe, vorbei am Restaurant Hirschen, nahmen wir die Abfahrt ins kleine Wiesental unter die Räder. Mit wenig Gegenwind konnten wir die stets leicht abfallende Strecke bis Wieslet, als kompakte Formation, zügig hinter uns bringen. Ein abrupt vor uns bremsendes Auto sorgt beim Überqueren der Brücke in Wieselt für zusätzlichen Adrenalinausstoss - bremsen, ausklicken, abstehen und hoffen das keiner hinten reinknallt – reagieren, denken und handeln – gefühlt alles gleichzeitig, enorm was diese Hirnwindungen in Sekundenbruchteilen zu verarbeiten imstande sind.
Dankbar für den folgenlos verlaufenen Zwischenfall bogen wir auf den Veloweg nach Maulburg, der uns zu den letzten 3.5 Km Steigung hoch nach Adelhausen brachte. Nach rauschender Abfahrt durch Minseln konnte unser Zug erst kur vor Degerfelden gestoppt werden. Harald war beim Wechsel auf den Veloweg eine Kante zum Verhängnis geworden. Die Depannage allerdings hätte die Zeiten der Schlauchwechsel-Challenge im Velo Club der diesjährigen Tour de Suisse buchstäblich pulverisiert. Wer kann der kann. Mit leichter Verzögerung kamen wir dann aber doch noch zu unserem Abschlusstrunk – der Dank für die Begleichung der Rechnung geht an Johanna, herzlichen Dank.
Irgendwas war doch noch mit diesem 19. Juli. Richtig, vor genau 122 Jahren endete an diesem 19. Juli die erste Tour de France nach sechs Etappen und einer Gesamtlänge 2'428 Km in Paris. Die durchschnittliche Etappenlänge betrug demnach 404.67 Km. Gewonnen wurde sie mit einem Schnitt von 25,678 km/h von Maurice Garin. Sein vorsprung auf den Nächstplazierten Lucien Pothier betrug 2:59:31 h.
Auch noch zu erwähnen, etwas weniger weit zurück, 1954 veröffentlichte ein gewisser Elvis seine erste Single That’s All Right.
24. Tour 05.07.25 - 11 – Narrenzahl, Meisterzahl,Masslosigkeit?
Auf jeden Fall hätte es mit den 22 Rädern die von ebenso vielen Beinen angetrieben wurden auch für eine Fussballmannschaft gereicht. Wobei der Schreibende, als bekennender Bewegungslegastheniker, wohl keine grosse Hilfe gewesen wäre. Die Schnellrechner unter euch werden es schon blitzschnell erfasst haben, 22 Beine = 11 Teilnehmer.
Verschiedene Bedeutungen werden dieser Zahl zugeordnet. Im Karneval als Narrenzahl gefeiert, symbolisiert sie die Einheit und Gleichheit aller Narren. In der christlichen Symbolik wiederum wird sie, da sie die 10 Gebote und die menschliche Hand überschreitet, als Zahl der Sünde und Masslosigkeit betrachtet. In der Numerologie ist sie eine Meisterzahl, die für Intuition, Erleuchtung, Inspiration und spirituelles Wachstum steht.
Fassen wir also Zusammen, eine Meistereinheit von 11 an Masslosigkeit leidenden Narren trieb an diesem 5. Juli, auf der Suche nach Erleuchtung, ihr Unwesen auf den Strassen unser Region. Wir sollten während dieser Tour aber auch noch mit mehr Anerkennung bedacht werden. Ganz genau genommen waren es ja nur zehn die gemeinsam starteten. Einer startete nämlich eine halbe Stunde früher und übertrug uns damit die Aufgabe seiner Einholung. Fast pünktlich 09.00 ging es los, wir wollten ihm ja schliesslich nicht noch mehr Vorsprung einräumen.
Bei noch angenehmen Temperaturen, die Nacht hatte doch etwas mehr Abkühlung gebracht als auch schon, ging es, via Kraftwerk Kaiseraugst, Rheinfelden entgegen. Parallel zur Autobahn fahrend registrierten wir, dass wir gegenüber auf derselben sich befindenden Kolonne zur deutschen Grenze deutlich schneller unterwegs waren. Über das Feldschlösschenareal näherten wir uns der Einfahrt in ein Tal ohne eigentlichen Namen. Der Reihe nach durchfuhren wir Magden, dort heisst es Tal des Magdnerbaches – Maisprach, hier wird es als südliche Talsohle des Sonnenberges beschrieben – und am Ende das Tales Buus, wo es als Buuser Talsenke bezeichnet wird.
Eine Talsenke war war allerdings nicht auszumachen, vielmehr begann es unmittelbar vor Buus schon merkbar zu steigen. So richtig bergan ging es aber auf der Überfahrt nach Hemmiken. Auf den knapp 4 Km galt es Steigungsprozente >10 zu überwinden. Den nächsten Anstieg von Hemmiken nach Wegenstetten, absolvierte unsere nunmehr aufgepumpte Beinmuskulatur, nach kurzer Abfahrt, mit Bravour. Dies brachte uns auf dem Kulminationspunkt die Wertschätzung als rüstige Rentner, ausgestellt von einem jüngeren Pärchen, ein. Nachdem die Abfahrt nach Wegenstetten absolviert war, standen noch die zwei letzten Anstiege auf dem Programm. Als erstes der langgezogene vor Schupfart, gefolgt von dem kurzen knackigen nach Eiken. Ersteren hatten wir schon bei einer Ausfahrt im Frühling absolviert. Damals, gegen heftigsten Gegenwind kämpfend kamen wir, auf dem kleinen Kettenblatt kaum hoch. Diesmal ging es mit dem Grossen, fast mit singen und pfeifen. Woher das Pfeifen kam, verschweigt des Schreibers Höflichkeit. Mit Sicherheit weder von Gianni noch von Pascal die duellierten sich, als kleine Pünktchen unhörbar, weit vorne um den Bergpreis.
Volles Rohr, den gesamten Schwung aus der Abfahrt mitnehmend, ging es in Schupfart gleich rein in die letzte nennenswerte Steigung des Tages, wo der Vorauseilende bereits auf uns wartete und zum Miteilenden mutierte. Der Tatbestand der Masslosigkeit war vollzogen und als einheitliche Meistereinheit überquerten wir die Brücke bei Bad Säckingen um den restlichen Heimweg auf deutschem Boden zu absolvieren. Wie üblich, auf diesem Streckenabschnitt diente das Kickerhüttle in Degerfelden der ersten Erholung.
Bei der Wahl der Getränke konnte keine Masslosigkeit festgestellt werden. Am Schluss ist halt immer Alles das was man daraus macht und eine Bedeutung nur eine Frage der Wichtigkeit die man ihr zugesteht.
22. Tour 21.06.25 - Nach Bergalingen Vorderösterreich
Am bereits schon wieder längsten Tag des Jahres fand die 22igste Tour 2025 statt, die Gefahr in die Dämmerung zu kommen deshalb äusserst gering. Zeit genug also das angestammte Jagdgebiet zu velassen und Richtung Osten auszudehnen. Maximal 29°C waren vorhergesagt, 34 wurden es zum Schluss. Ein Quartett (André, Christoph, René und Hanspeter) fand sich zu dieser Jagd in neuen Gefilden am Eisweiher, dem Startpunkt zu dieser Tour, ein. Zu diesem Stelldichein im kleinen Kreis kam es weil viele der üblichen Verdächtigen wegen Abwesenheit oder anderweitigen Verpflichtungen passen mussten.
Schon 25°C zeigte das Themometer als wir uns um 9.30 Uhr auf den Weg, entlang der Wiese, zum ersten Zwischenziel Schopfheim machten. Nutzen wir doch diesen Abschnitt um mal zu sehen was der Kalender für diese Datum so hergibt. Nebst der Geburt der Vinylschallplatte 1948, läuft der deutsche Sprinter Armin Hary 1960 im Letzigrund 100m erstmals in 10,0 Sekunden. Noch weiter zurück, 1527, stirbt in Florenz Nicolo di Bernardo di Machiavelli, Politiker, Philosoph, Diplomat und Dichter. Nach ihm ist der sogenannte Machiavellismus benannt, dessen Kernaussage da lautet - In der Politik sind alle Mittel, auch unethische, erlaubt um zum Ziel zu gelangen – ohne Rücksicht auf Kollateralschäden. Eine Philosophie an die sich unsere Politiker immer öfter und gerne halten.
Ob dieser Betrachtungen hatten wir einen gewissen Kreisel in Maulburg (nur etwas für Insider) ohne Muskelprellungen durchfahren und befanden uns im Aufstieg nach Kürnberg. Angesichts dessen was noch kommen sollte, absolvierten wir diese Steigung sozusagen mit angezogener Handbremse als «Gruppo completo». Immer wieder schön die darauf folgende Abfahrt via Hasel nach Wehr.
Statt aber nun gemütlich zum Rheinufer weiter zu rollen, ging es erst jetzt in die Hauptsteigung des Tages, hoch nach Bergalingen und damit begann auch die bereits angesprochene Jagdgebietserweiterung. Als moderat und nicht allzu steil hatte ich meinen Kameraden diesen Anstieg angepriesen, so jedenfalls hatte ich ihn in meiner Erinnerung abgespeichert. Frohen Mutes pedalten wir also in die ersten Kehren hinein. Als uns die Bordcomputer mehrheitlich Steigungsprozente zwischen 6,5 und 10% anzeigten wurde uns vor Augen geführt wie die Erinnerung alles viel weniger schlimm erscheinen lässt. Früher war eben doch alles besser. Irgendwann standen wir doch zu viert oben und genossen die schöne Landschaft Vorderösterreichs.
Man wird sich jetzt fragen, was will er eigentlich immer mit diesem Vorderösterreich? Wir befinden uns doch in DE. Aus heutiger Sicht richtig. Gehen wir aber rund 220 Jahre zurück, für uns zwar eine Ewigkeit weltgeschichtlich aber nur ein Augenschlag, befänden wir uns tatsächlich innerhalb der österreichischen Grenzen zu Zeiten der Habsburger. Vorderösterreich begann ab 1799 zu zerbröckeln und im Pressburger Frieden musste es von den Habsburgern endgültig aufgegeben werden. Das Gebiet wurde auf verschiedene Herrschaftshäuser aufgeteilt und auch später noch einige Male neu verteilt. Die Schweiz gab es damals schon, das erste deutsche Kaiserreich wurde erst 65 Jahre später am 18. Januar 1871 gegründet
Nachdem nun das Rätsel um, ich schreibe es jetzt zum letzten Mal, Vorderösterreich geklärt ist, konzentrieren wir uns auf die Fortführung der Tour. Für die Mühen des Aufstieges wurden wir mit einer doppelt so langen Abfahrt, 12.4 Km über Willaringen, belohnt. Auf gut ausgebauten Strassen genossen wir eine Talfahrt die diese Bezeichnung auch tatsächlich verdient.
Da aber jede Talfahrt, die Börsianer sind froh darum, einmal zu Ende geht, fanden auch wir uns im Flachland wieder. Noch kurz etwas Hektik in und um Bad Säckingen und schon rollten wir zügig aber entspannt dem Rhein entlang unserer Heimat entgegen.
Es war anstrengend, es war geschichtsträchtig, es war warm sehr warm, es war schön und in der Erinnerung wird es noch viel besser sein.
Ciclisti Basilea – neues Trikot und erste Bilanz
Im Spätsommer letzten Jahres, entstand die Idee zu einer Radsportgruppe für die Region Basel. Nach rund einem dreiviertel Jahr ist es nun Zeit für eine erste Bilanz. Es ist einiges gegangen, die Kommunikation über die Homepage www.ciclistibasilea.ch und über den gleichnamigen WhatsApp Chat, insbesondere die Ausschreibung der allsamstäglichen Ausfahrten, hat sich etabliert und bewährt. Die Philosophie einer Gruppierung die nur dem Zweck des Ausübens der gemeinsamen Leidenschaft dient, wird verstanden und findet Anklang. So jedenfalls bestätigen es die ersten neuen Teilnehmer "genau was ich gesucht habe". Bereits zwanzig Touren konnten im laufenden Jahr absolviert werden, darunter als erster Höhepunkt der Ausflug über den oberen Hauenstein ins solothurnische Gäu und über den unteren Hauenstein wieder retour. Als weiterer Meilenstein konnte nun am vergangenen Pfingstmontag die erste Ausfahrt im einheitlichen Look absolviert werden. Mit seiner grünen Grundfarbe soll das neue Trikot mit seiner guten Sichtbarkeit für grösstmögliche Sicherheit sorgen und den Bekanntheitsgrad erhöhen, denn wir freuen uns auf weiteren Zuwachs.
19. Tour 31.05.25 – Ab ins Gäu, genauer ins solothurnische Gäu
Und schon wird es kompliziert. Im Volksmund, also bei den Eingeborenen, pardon Einheimischen, wird das ganze Gebiet zwischen Oensingen und Olten einfach nur s’Gäu genannt. Diese Bezeichnung meint aber nur nur das Gebiet zwischen Oensingen und Egerkingen. Das solothurnische hingegen umfasst die gesamte Region von Oensingen bis Olten, im Norden begrenzt durch den Jura, im Süden durch die Aare.
Das umreisst dann auch schon die Anforderungen dieser Tour, man muss irgendwie über den Jura hin und auch über den Jura wieder zurück. Gut das mit dem Zurück könnte man umgehen indem man dem Aareverlauf bis Koblenz folgen würde um dann entlang des Rheines nach Hause zu gelangen. Allerdings nähme man damit auch zusätzliche 70 Km in Kauf.
Dann also doch lieber über beide Hauenstein. Angesichts der zu erwartenden Temperaturen wurde bereits um 10:00 Uhr gestartet, dabei Christoph, Gianni, Robi, beide Martin und ich selbst. Martin S. ganz ungewohnt auf seinem motorlosen Cannondale, da sich im Regen Südfrankreichs der Akku seines E-Rennvelos verabschiedet hatte, weshalb er sein Tagesziel in Oberdorf auch bereits erreicht hatte. Die verbliebenen fünf nahmen zu diesem Zeitpunkt bereits das erste Hindernis des Tages in Angriff, den oberen Hauenstein. Wie gewohnt bildeten sich im Aufstieg Leidensgemeinschaften. Vorneweg Gianni und ich gefolgt von Robi, den Abschluss bildeten Christoph und Martin. So jedenfalls habe ich es noch in Erinnerung.
Als Gianni und ich ein Tandem überholten rief man uns hinterher, macht doch das mal mit einem Tandem (oder so ähnlich), naja irgendwie bildeten wir ja auch ein Tandem, einfach auf vier Rädern.
Nachdem auf der Passhöhe alle verschnauft und sich am Brunnen erfrischt hatten ging es weiter nach Bärenwil, mit 778 Metern die höchstgelegene Gruppensiedlung im Kanton Baselland und damit gleichzeitig auch der höchste Punkt der Tour.
Anschliessend ging es in einer rasanten Abfahrt, die im Wissen um möglichen Steinschlag unterwegs, mit einigem Respekt absolviert wurde. Tatsächlich muss es kurz zuvor einen Unfall gegeben haben wie Warndreiecke und Polizei vermuten liessen. Da die Unfallstelle aber bereits geräumt war konnten wir problemlos passieren.
Nach kurzer Sammlung in Hägendorf wurde sogleich der der erste Halt im Restaurant Linde in Kappel, mittlerweile unsere Stammbeiz auf dieser Tour, angesteuert, wo wir sehr freundlich, mit der Frage habt ihr eine gute Tour gehabt, empfangen wurden. Der Halt gestaltete sich völlig relaxt, niemand schien Zeitdruck gehabt zu haben und so blieben wir den auch, in Gesprächen um Dies und Das, durchaus etwas länger sitzen.
Da aber Alles irgendwann mal ein Ende hat, ging es durchs Gäu, entlang der Dünnern, so heisst der Fluss den wir zur rechten Seite hatten, weiter nach Olten.
Knapp fünf Kilometer Aufstieg lagen nun auf dem Weg zur anderen Juraseite vor uns. Das Szenario vom oberen Hauenstein wiederholte sich, einfach in leicht anderen Zusammensetzungen. Diesmal auf der Passhöhe des unteren Hauenstein, bildete sich aus den Gruppenfragmenten des Aufstieges für die Abfahrt wieder eine homogene Einheit.
Immer wieder erstaunlich wie schnell man vom Kulminationspunkt, auf zwei muskelbetriebenen Rädern, als kompakte Gruppe, das Homburgertal hinunter, via Sissach in Liestal einfährt.
Nach den 33°C am unteren Hauenstein gönnten wir uns im Schänzli ein Panaché zum Abschluss, und zwar fast geschlossen ein Grosses. Eine Stange wäre quasi schon durch die Nase verdampft.
16. Tour 10.05.25 - Maglia Rosa
von André Fürbringer
Heute wieder einmal ins Elsass gefahren, mit Start am Niederholzboden. Pünktlich fanden sich 10 Ciclisti darunter Gianni, H.J. Martin S., Martin W., Harald, André, Christoph, Claude, Robi und Roland das Maglia Rosa ein.
Die Maglia Rosa (italienisch für "Rosa Trikot") ist das berühmte Führertrikot beim Giro d'Italia, einer der wichtigsten Radrennen der Welt. Wir waren aber in Frankreich aber für Roland hat dies seine eigene Geschichte oder Symbol, «preisträchtig, Zeitbonifikationen und das Ziel des Puschens?».
Zur Geschichte wäre zu sagen: Das Elsass ist eine Region im Nordosten Frankreichs, die an Deutschland und die Schweiz grenzt.
Das Elsass wäre bekannt für: - Seine malerische Landschaft mit Weinbergen, Wäldern und Flüssen
- Seine reiche Geschichte und Kultur, die von der römischen Zeit bis zum Mittelalter reicht
- Seine leckeren Spezialitäten wie Tarte flambée, Baeckeoffe und Käsekuchen
- Seine Weinproduktion, insbesondere Riesling und Gewürztraminer.
Alles wurde bei Seite gelassen da wir gar keine Zeit hatten all das zu geniessen, Velofahrer halt!
Bereits beim ersten Bergpreis versagte zum X-Male Martin S. Motorantrieb. Trotz seinem Missgeschick schleppte er sich bis Folgensbourg rauf wo er aber kapitulierte und den Heimweg antrat. Schon da wusste er keine Chance eine Zeitbonifikation zu erhaschen. Also waren es nur noch 9, kommt mir immer die Geschichte in den Sinn, 10 kleine Negerlein, da waren nur noch 9. Zum Glück kam es nicht so weit und 9 schafften die rasante Abfahrt von Berentzwiller nach Jettingen. Da zeigte sich schon bald in der Strassenmitte das Maglia Rosa und puschte aufs Tempo, auch H.J. griff an nachdem es Ihm schon auf der Dreisrosenbrücke zu schnell war. Somit mussten wir das Tempo rasant anziehen um die Zeitbonifikation vom Maglia Rosa in Schach zu halten. Es war Spass und der nächste Stutz in Jettingen war wieder das natürliche Bremsmanöver.
Über Steinsoultz, Durmenach, Werentzhouse, Fislis wo Roland das Maglia Rosa vor mir verteidigte, denn schliesslich pokerte er immer um 10 Sekunden und Gentlemen- like war überholen kein Thema. Weiter über Biedertal fuhren wir nach Rodersdorf wo wir von Harald zu Bier und Apéro kurzfristig eingeladen wurden.
Vielen herzlichen Dank Harald es war uns eine grosse Ehre im wunderschönen Garten unseren Durst stillen zu dürfen. Somit blieb uns nur noch die Heimfahrt mit einem taktisch klugen Halt vom Maglia Rosa gefordert, «vielleicht wegen den 10 Sekunden Zeitbonifikation» nach Reinach, St. Jakob, nach Riehen. 75km und 600 Hm zählte unser Tacho zu Hause.
15. Tour 03.05.25 – Nach em Räge schint Sunne...
singt das Jodelduo Martely Mummenthaler–Vrenely Pfyl im Refrain des, 1945 von Artur Beul komponierten, gleichnamigen Schlagers. Irgendwo in meinen hintersten Hirnwindungen hat sich dieses Lied aus Kindertagen, bedingt durch meinen der volkstümlichen Musik zugewandten Vater, fast gezwungenermassen festgefressen. Jedenfalls kam es mir an diesem Samstagmorgen wieder einmal in den Sinn. Als ich um sechs Uhr in der Früh zum ersten Mal erwachte prasselte nämlich der Regen so ziemlich sintfflutartig herunter. Kurz den Tank leeren und weiterschlafen, das wars mit der heutigen Samstagstour, dachte ich mir.
Eigentlich wollte ich schon absagen, entschloss mich aber dann doch noch zur Konsultation der diversen Regenradars. Bei dem verhangenen Himmel erschien mir deren Meinung, die einen regenfreien Tag anpries, einigermassen unglaubwürdig. Unter dem Motto die Hoffnung stirbt zuletzt (aber sie stirbt) sagte ich die Tour nicht ab. Tatsächlich waren die Strassen beim Start um 11:00 Uhr schon beinahe abgetrocknet. Fünf weitere Unerschrockene fanden sich beim Treffpunkt, ebenfalls hoffend, ein.
Man kann es vorwegnehmen die Hoffnung zahlte sich aus, es wurde beinahe von Kilometer zu Kilometer besser und nachdem wir Liestal passiert hatten begann sich der Himmel tatsächlich so langsam zu entwölken (dieses Wort gibt es tatsächlich). Wir nahmen es dankend zur Kenntnis. Die Ortschaften Sissach, Gelterkinden, Rotenfluh reihten sich aneinander bevor uns der Anstieg nach Anwil bevorstand. Nicht nur, aber auch, der hohen Luftfeuchtigkeit geschuldet schoss uns der Schweiss aus allen Poren. Zumindest den nicht motorisierten. Die Zwei mit Akkupower pedalten locker vorneweg und unterhielten sich dabei vermutlich über die Vor- und Nachteile ihrer zwei unterschiedlichen Systeme. Das sah schon ziemlich locker aus.
Nun denn, wo es hoch geht, geht es auch wieder runter und zwar vorerst, sozusagen ohne einen einzigen Pedaltritt, nach Kienberg. Ab dort war die muskuläre Unterstützung wieder gefragt. Auf der bis Frick weiterhin abfallenden Strasse wurden, unter Einsatz hoher Trittfrequenzen, Tempi gegen die 50 km/h erreicht. Damit drehte sich das Pandel wieder auf die Seite der motorlosen.
Nach einem Tankstopp an einem Brunnen in Wittnau beruhigte sich das Ganze dann wieder und deutlich geordneter und geschlossener gestaltete sich die Einfahrt in Frick.
Unter mittlerweile schon fast sonnigem Himmel konnten wir die Fahrt nach Wallbach, mit Ausnahme von zwei kurzen Teilstücken, stressfrei auf vom übrigen Verkehr abgeschotteten Velowegen fortsetzen. Ausgangs Wallbach galt es einmal mehr die Anhöhe zum Egelseehof zu überwinden. Die Steigung kann in zwei Abschnitte eingeteilt werden. Dem ersten kann, da er den Rhythmus bricht, ein wenig der Rolle des Spielverderbers zugeordnet werden, dem zweiten, da er einen wieder deutlich Fahrt aufnehmen lässt, die des Motivators. Dementsprechend motiviert fuhren wir denn auch in Möhlin ein, welches wir sogleich über den Hinterausgang, vorbei an den Salinen, durch denn Wald, über den Waldweg Richtung Rheinfelden verliessen.
Unter dem Sonnenschirm – ebbe Sunne schint - im Restaurant Bahnhof in Kaiseraugst liessen wir die Ausfahrt genüsslich ausklingen. Damit wäre der Bogen zu Eingangs erwähntem Lied, dessen Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist, wieder geschlagen. Es gab von diesem Lied nämlich, nebst anderen, auch noch eine englische Version mit Titel «Toolie Oolie Doolie (The Yodel Polka)». Am erfolgreichsten in der Darbietung der Andrew Sisters die damit 1948 Platz 3 der US Charts erreicht haben sollen. Da in den 40er Jahren die musikalischen Rechte zwischen der Schweiz und der USA noch nicht geregelt waren, entging dem Komponisten Artur Beul damit ein Vermögen.
Wer nun Lust hat auf eine musikalische Kostprobe dem seien die nachfogenden Links empfohlen
https://www.youtube.com/watch?v=N9WP-U7Tj1I
https://www.youtube.com/watch?v=oREQ0r9EjUk
https://www.youtube.com/watch?v=y7SxaBIJbc0
14. Tour 26.04.25 – Nullrunde
Anlässlich meines kürzlich gefeierten Geburtstages hatte ich zum Abschluss der Tour zu einer kleinen Nachfeier eingeladen. Leider lag der Termin etwas ungünstig, was sich in den Chatmeldungen wiederspiegelte - bi vo bis in de Ferie… bi e paar Daag in de Ferie… bi uff Mallorca… bi in Capolago… in Pella… - schade. Aber man muss auch das positive sehen, unsere Kuchenstücke wurden immer grösser.
So starteten wir denn zu fünft, bei spätwinterlichen oder frühfrühlingshaften Temperaturen, von welcher Seite man immer es betrachten möchte, schon um zwölf Uhr zu einer 60 Km Schleife ins badische Umland. Von Grenzach ging es, bei ca. 11°C und leichtem Gegenwind, via Degerfelden zur Holzbrücke kurz nach Nollingen, bei der wir nach links in die erste Steigung einbogen und an deren Ende wir uns in Karsau befanden. Nach einer kurzen Abfahrt bogen wir in die Nordschwabener Strasse ein. Durch dieses etwas höher gelegene Tal, an dessen Ausgang uns die nächste Steigung erwartete, erreichten wir, richtig, dass etwa auf der Mitte des Dinkelberges gelegene Nordschwaben. Mit 471 m ü. NHN der höchst gelegene Ortsteil von Rheinfelden. Es heisst nicht mehr über Meer, sondern über Normalhöhennull. Zumindest in DE.
Wie jeder Tag des Jahres musste auch dieser 26. April für einige kuriose Feiertage hinhalten. Unter anderem war es der – rettet die Frösche Tag, hatten wir auf unserer Fahrt keine gesehen – erinnere dich an deinen ersten Kuss, ist zu lange her – oder der – umarme einen Australier Tag, war auch gerade keiner zur Stelle. Anstelle all dessen durften wir eine rauschende Abfahrt nach Dossenbach geniessen. Obwohl, die Zehen konnten es nicht so richtig geniessen. Allmählich wurde die Blutzufuhr in die Extremitäten nämlich gedrosselt was sich mit zunehmendem Kältegefühl bemerkbar nachte.
Da kam die nächste Steigung genau richtig. Eigentlich hätte zu diesem Zeitpunkt schon längst die Sonne hervorschauen müssen, aber dummerweise wusste die nichts davon. So mühten wir und uns denn unter weiterhin trübem Himmel rüber nach Schopfheim. Nun mussten wir uns nur noch kurz die Ecke Wieslet – Weitenau einverleiben bevor wir uns, entlang der Wiese, endgültig Pizza und Kuchen näherten.
Inmitten von Schmaus und Trank brachte es Robi auf den Punkt, kalorienmässig muss diese Tour als Nullrunde verbucht werden. Dem halte ich entgegen – einmal ist keinmal.
13. Tour 19.04.25 – Wunschkonzert
Die ganze Woche war geprägt von durchzogenem Wetter mit entsprechenden Temperaturen. Zwar nicht wirklich kalt aber eben auch nicht warm. Dazu war noch das Osterwochenende angesagt. Lediglich auf den Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag wurde ganz passables Wetter gemeldet. Aus diesem Grunde entschloss ich mich mal vorsichtig abzutasten wer ist überhaupt da (und steht nicht in der 15 Km Karawane am Gotthardt), und wer hat allenfalls Lust auf eine Tour zwischen den Feiertagen.
Das Echo kam schnell. Luscht joo, aber, im muess am fimfi dehai sii, i sott scho am vieri zrug sii well am fimfi kemme d’Gescht, mi Frau het mr dr ganz Noomidaag frei gee, i kennt koo aber mit fascht Null Kilometer in de Bai, i ha mit dr Fau gschwätzt und d Chance isch 50:50. Es war alles dabei, ein Wunschkonzert vom Feinsten. Ich ha mi rund sächzig Joor zurggversetzt gfyylt, do isch amme die erschti Froog uff em Spielplatz au gsi, wenn muesch deahai si. Aber gut, es ist Ostern und da darf man sich ja auch mal was wünschen.
Als Quersumme aus dem Ganzen resultierte eine Tour von rund 55 Km Länge. Vom Otto-Wenk Platz ging es, direkt via Hinterausgang, nach Grenzach und weiter nach Degerfelden. Wie schon eine Woche zuvor liessen wiederum zehn Fahrer die Speichen surren. Darunter, nach gut dreijähriger Abwesenheit, auch Peter der, bereits jetzt das Comeback des Jahres sein dürfte. Als wir in Eichsel links abbogen tönte es plötzlich von der Seite, du machsch mi fertig. Roland hatte sich die Stelle seines Angriffes schon die ganze Nacht visualisiert, allerdings auf Basis einer anderen Streckenwahl. Damit war sein Ganzes Konzept zunichte. Dafür weiss er nun, viele Wege führen nach Adelhausen. Unserer war ein wenig hintenrum.
Ein Kurzer Halt in Adelhausen liess die Gruppe wieder zusammenschliessen. Gemeinsam stürzten wir uns in die Abfahrt nach Maulburg wo zwei, einer davon berüchtigt, Kreisel auf uns warteten. Nach Durchfahrt Derselben erreichten wir schon bald Wieslet. Zwei kurze Steigungen und eine Abfahrt weiter bogen wir in Schlächtenhaus bereits in die letzte Steigung, zur Kirche nach Hofen ein.
Vor 134 Jahren, 1891, wurde die Kirche fertig gestellt. Bei jeder Durchfahrt frage ich mich, wie kommt man auf die Idee an dieser exponierten Stelle eine Kirch zu errichten. Tatsächlich hat das immer wieder zu Problemen geführt. Vor allem durch Stürme wurde immer wieder das Dach abgedeckt, Fenster gingen zu Bruch und auch vor Feuer wurde sie nicht verschont. Von 1942 bis 1948 war das Geläute unvollständig weil die beiden grösseren Glocken abgeholt, eingeschmolzen und zu Waffen umgearbeitet wurden. Waren das dann gesegnete Waffen?
Schnell weiter, bevor es zu philosophisch wird. Von da an ging es sowieso bergab, zumindest bis Steinen. Das allgemeine Fahrverbot welches uns auf dem Wiesenradweg aufhalten wollte sahen wir einfach nicht. Der Polizist in unseren Reihen möge es uns verzeihen. Die Aussicht auf das versprochene Bier in Kellers Rebberg war zu verlockend als dass wir uns noch vom direkten Weg abbringe liessen. An däre Schtell, Hansjörg härzligge Dangg fir d'Bewirtig.
12. tour 12.04.2025 - Nur fürs Protokoll
Zum ersten Mal warm, zum ersten Mal kurz. Nicht die Tour, die war mit knapp 90 Km die bisher längste in diesem Jahr, gemeint sind Ärmel und Hosenbeine und das ist in jedem Jahr das endlich Erlebnis. Entsprechend war denn auch der Aufmarsch. Neun gestandene Ciclisti fanden sich beim Eisweiher ein. Erfreulich! Aufgrund eines kürzlich erschienen Artikels in der Riehener Zeitung, gesellte sich ein Debütant, der sich völlig unkompliziert sofort integrierte, hinzu und machte das, am Döggelichaschte wurd me saage, Stängeli voll.
Motiviert ging es via Haltingen – Eimeldingen zum Stauwehr Altrhein in Märkt wo sich der Rhein, bis Breisach, in den schiffbaren Rheinseitenkanal und den Rhein oder alten Rhein teilt. Entlang dieses Rheinseitenkanals befuhren wir fast ein wenig Niemandsland bevor wir, über das Kraftwerk Kembs, endgültig auf Elsässerboden wechselten.
Auch das war schon anders. Von 1871 bis zum Ende des 1. Weltkrieges gehörte Kembs zu Elass-Lothringen und somit zum Deutschen Reich. Ohnehin durchfuhren wir, entlang des Rhein Rhone Kanals und durch die Elsässer Hardt, sehr geschichtsträchtiges Gebiet. Beidseits des Rheins sind noch immer Bunkeranlagen des 2. Weltkrieges zu finden. Mahr als 40'000 Granaten sollen hier abgefeuert worden sein. Diverse am Mémorial du Pont du Bouc ausgestellt Waffen erinnern an diese dunkle Zeit. Da wird einem wieder einmal bewusst wieviel Glück unsere Generation hatte von Derartigem bisher verschont worden zu sein.
Zuvor hatten sich bereits in Nyffer Zwei, erlaubterweise, von der Gruppe entfernt. Sie wählten den etwas kürzeren Weg und steuerten den Rheinübergang bei Neuenburg auf direktem Weg an. Wir verabschiedeten sie mit dem Auftrag den Zwischenhalt in Bad Bellingen zu organisieren und genügend Tische und Stühle bereitzustellen.
Den wunderschönen Tag wollten wir uns von so viel unschöner Vergangenheit nicht verderben lassen weshalb wir schleunigst die Bouc Brücke überquerten um die Fahrt auf der anderen Kanalseite in Richtung Otmarsheim fortzusetzen. Schnurgerade führt die Strasse durch ein Waldstück. Ich nenn es für mich, der schlechten Strasse wegen, immer ein wenig Wald von Arenberg. Auf die Frage wie man dieses, meiste vorentscheidende Waldstück bei Paris Roubaix am besten durchfährt, antwortete Roger de Vlaeminck, bei einem seiner vier Siege, in der Mitte und möglichst schnell. Und genauso hielten wir es auch.
Bei Anfahrt der Rheinbrücke kam etwas Unruhe ins Feld. Der erst kürzlich installierte Fahrradweg ist zwar gut gemeint, die Auffahrt auf denselben aber eher unglücklich gewählt. So verpasste ich leider die erste Auffahrt, wofür allerdings auch die Gegenfahrban zu überqueren gewesen wäre. Damit sich die Gruppe wieder sortieren konnte wurde vor nochmals ein kurzer Halt eingelegt bei dem René ganz trocken anmerkte – nur firs Protokoll, mir hän bis do aane e 28iger Schnitt. Auf den Haarschnitt bezog sich das nicht, der war bei allen nach hinten gebürstet.
Der Rückenwind auf den wir uns, angesichts des Gegenwindes auf der andern Seite, gefreut hatten, zeigte uns die lange Nase. Währendem wir den Rhein überquert hatten, hatte auch der Wind seine Richtung geändert und blies uns von Steinenstadt her erneut von vorne ins Gesicht. Was solls? Etwas tiefer über den Lenker beugen und weiter.
In Bad Bellingen wurden wir von der Vorhut bereits erwartet. Das Lager war errichtet, Tische und Stühle bereitgestellt. Naja, das mit dem Stühle zählen müssen wir noch üben. Da ist noch Luft nach oben. Zufrieden und vergnügt genossen wir Getränke und Kuchen bevor wir uns auf den restlichen Heimweg machten, bei dem wir via Bamlach doch noch ein paar Höhenmeter hinzufügten.
7. Samstagstour 22.03.2025 - Primavera Im Kandertal
Die Fasnacht 2025 ist Geschichte, die Meisten haben sich von den Nachwehen erholt und so langsam stellt sich «la primavera» der Frühling auch bei uns ein. Mit la primavera verbinden wir Radsportler natürlich unwillkürlich auch Mailand – San Remo, das erste der fünf Radsportmonumente welches gleichzeitig auch den eigentlichen Auftakt zur Klassikersaison darstellt.
Während es zum Start der knapp 300 km langen Fahrt entlang der ligurischen Küste kalt war und regnete, was wir zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht wussten, durften wir unsere Samschtigstour bei zwar leicht bedecktem Himmel aber doch immerhin 20°C starten. Unter den sechs Teilnehmern André, Hanspeter, Harald, Martin, René mit Roland auch ein Absolvent des Milano – San Remo Amatori. Ganz im Stile des vecchio italiano präsentierte er sich denn auch im Finisher Trikot. Wenn nicht heute wann den dann, oder Ehre wem Ehre gebührt.
Mit der 67 km langen Tour die via Kandertal zur einzigen nennenswerten Steigung nach Feuerbach führte, begnügten wir uns, gegenüber Denjenigen die das von Berufes wegen ausüben, mit einer rund 78% kürzeren Strecke. Ob dem sanften Frühlingserwachen, welches sich in ersten Blumen und zarten Knospen bemerkbar machte, allerdings nicht minder begeistert.
In Riedlingen verabschiedete sich Roland, von der Fasnacht immer noch leicht angeschlagen, für kurze Zeit von der Gruppe. Er steuerte Schliengen auf direktem Weg an und liess damit den, nennen wir ihn heute, Poggio di Feuerbach aus. Nachdem wir entlang dem Feuerbach, den nordwestlichsten Stadtteil Kanderns der, überaschenderweise, Feuerbach heisst erreicht hatten, schraubten wir uns, mitten durch die Ortschaft zum Waldparkplatz hoch. In etwa zwei Wochen dürfte die Kirschenblüte hier weiss erglänzen lassen.
Von nun an gings bergab. Nicht mit uns aber mit der Strassenführung und das bis Schliengen. Entsprechend schnell befanden wir uns in der Rheinebene und auf der Anfahrt nach Bad Bellingen wo Roland bereits das Lager für uns errichtet hatte.
Mit italienischem Cappuccino und deutschem Käsekuchen rundeten wir die Tour ab. Erste Mutmassungen über den Ausgang der World Tour Prüfung wurden vorgenommen. Befürchtet wurde eine erneute Machtdemonstration von Tadej Pogacar. Diese sollte sich später allerdings als nicht zutreffend erweisen. Gut für den Radsport.
Bei den Recherchen zum Datum der heutigen Ausfahrt bin ich darauf gestossen, dass genau vor 90 Jahren, am 22. März 1935, vom Berliner Funkturm, vom Fernsehsender Paul Nipkow, das erste reguläre Fernsehprogramm der Welt vom ausgestrahlt wurde.
4. Samstagstour 22.02.2025 – Chateaubriand
Sicher jedem aufgefallen, die Strecke der 4. Samschtigstour konnte bei deutlich milderen Temperaturen absolviert werden. Zwar fehlte die Sonne, trotzdem war es unter dem verhangenen Himmel deutlich angenehmer und auch der mögliche Regen blieb aus. So war den erfreulicherweise auch gleich eine Verdoppelung der Teilnehmerzahl zu verzeichnen.
Acht Ciclisti, Gianni, André, René, Silvio, Martin S., Martin W., Roland sowie der Tourenleiter, fanden sich am Treffpunkt ein. Dr Silvio und ich faare bis Muulburg mit und geen dert iiber Adelhuuse diräggt uff Däägerfäälde ins Kickerhüttle. Isch das OK? Klar Roland isch OK, mache mr esoo.
So fuhren wir denn der Wiese entlang bis sich die Wege in Maulburg fürs Erste trennten. Die sechs Verbliebenen pedalten weiter Richtung Schopfheim, schlängelten sich durch die Ortschaft durch und bogen auf der anderen Seite auf die Eichener Strasse, deren Fortsetzung die alte Wehrer Strasse ist, ein. Unvermittelt befanden wir uns in der Steigung Richtung Wehr. Mit maximal 10 Steigungsprozenten ging es kurz nach Eichen in das steilste Stück des Aufstieges. Der Tourenleiter der kurz zuvor den Bidon auf dem Strassenbelag deponiert hatte (jetzt trifft die Flääsche nit emool me dr Flääschehalter) und deshalb kurz anhalten musste, hatte zu diesem Zeitpunkt gerade wieder aufgeschlossen.
In gewohnter Manier stürmte Gianni vorneweg und machte den Weg frei für die Nachhut. Rückkehrer Martin S. der beim Start noch nicht ganz sicher war ob es für die ganz Strecke reichen würde war nach immer dabei. Damit war auch diese Frage geklärt.
Nach dem nicht zu langen Aufstieg ging es in die Abfahrt nach Wehr, auf dem noch ein Trekker zu überholen war. Bergab kein allzu schwieriges Unterfangen. Über Öflingen gelangten wir an die, von einem Naturschutzgebiet umgebene, Weramündung wo uns eine ca. 300 Meter lange Gravelstrecke erwartete.
Entlang des Rheines erreichten wir das Kraftwerk Schwörstadt, wo einmal mehr, auf Höhe Karsau, unsere heissgeliebte Rampe zu erklimmen war. Via Nollingen erreichten auch wir Degerfelden, wo wir im Kickerhüttle bereits erwartet wurden.
Sichtbar zufrieden und mit verschmitzten Gesichtern, das Chateaubriand sei vorzüglich gewesen, sassen sie am Tisch und leckten sich noch immer die Lippen. Es sei ihnen gegönnt.
Nach Stärkung und den üblichen Sprüchen nahmen wir die restliche Rückfahrt unter die Räder und erreichten gemeinsam das Ziel.
3. Samstagstour 15.02.2025 – Saukalt
Die Wettermeldung lautete sonnig bei 4-6°C. Die vier Teilnehmer Gianni, René, Roland und meine Wenigkeit konstatierten, sonnig ja aber bei saukalt. Der Ausdruck "saukalt" stammt angeblich aus der Zeit als es noch keine Kühlschränke gab, weshalb die Schweine im Winter geschlachtet wurden. Durch die Kälte hatte man mehr Zeit, das Fleisch zu verarbeiten, ohne dass es gleich verdarb. So wurde die Kälte im Winter zur Saukälte. Bei Saukälte war also Schlachttag angesagt.
Geschlachtet wurde niemand, frische blieben alle, verdorben ist meines Wissens keiner. Geplant war eine Tour via Aesch ins nahe Leimental. Schon kurz nach dem Start tönte es von hinten, wenn i kalt ha drai i um. Kurzer Halt und Lagebesprechung. Mein Vorschlag zur Streckenänderung fand Zustimmung. Statt Richtung Westen ging es nun Richtung Osten. Sprich durch die Hard via Kaiseraugst nach Rheinfelden. Trotz Sonne liess der von vorne kommende Wind die Temperaturanzeige nicht über 2°C steigen. Einzig die kurze Steigung Ausgangs Augst sorgte für etwas Erwärmung. Exponierte Körperteile wie Finger und Zehen hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgemeldet.
Bei Überquerung der alten Rheinbrücke in Rheinfelden kam etwas Pflastersteinfeeling auf. Paris – Roubaix für Anfänger. Mit dem Wind im Rücken waren uns auf dem Rückweg via Herten nach Grenzach schon beinahe warme 3-4°C vergönnt. Beim Hörnli stellte sich die Frage Einkehren ja, aber wo? Roland schlug das Restaurant im Humanitas vor. Warum nicht? Das passt ja von Jahr zu Jahr besser.
S Velo nimm i aber iine. Jo Roland mir versteen das. Also Mit dem Velo in der Hand durch den Haupteingang rein und hinten gleich wieder raus. Den einzig freien Platz innerhalb des Gebäudes überliessen wir grosszügig Roland.
Den Vorschlag von René prophylaktisch gleich eine Anmeldung auszufüllen erachteten wir dann doch als etwas verfrüht und verschoben das vorerst. Laider hän mir bi dääre Glägehait weder s’Rollaator Röösli no dr Doogter FMH aatroffe. Aagäblig sin die im Momänt anderwyytig beschäftget.